Wirtschaft
Spanien beantragt offiziell Hilfe für Banken
Nach langem Ringen hat Madrid nun offiziell Hilfen für seinen angeschlagenen Banken verlangt. Laut EU-Diplomaten könnte auch Zypern bald um Unterstützung für seine Banken bitten.
Bild
Die Höhe der Finanzhilfe ist noch unklar. Spaniens Zentralbank hatte in der vergangenen Woche auf der Grundlage von zwei unabhängigen Prüfberichten einen Bedarf von bis zu 62 Milliarden Euro genannt. Die Euroländer hatten Madrid zuvor eine Unterstützung von bis zu 100 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.
Nach dem Platzen der spanischen Immobilienblase im Jahr 2008 waren zahlreiche Kredite nicht mehr an die Banken zurückgezahlt worden. Darauf musste Madrid die Branche mit Milliardenbeträgen stützen. Der spanische Staat hat jedoch auch selbst mit Haushaltsproblemen zu kämpfen und verordnete sich bereits drastische Sparmassnahmen.
EU will schnell handeln
Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker bestätigte den Antrag Spaniens. Die Europäische Kommission, die Europäische Zentralbank und die Europäische Bankenaufsicht wollen nun im Gegenzug Auflagen und Restrukturierungspläne für den spanischen Finanzsektor aushandeln. Das Hilfsprogramm soll innerhalb von Wochen ausgearbeitet werden.
Zypern als nächstes dran?
Gemäss europäischen Diplomatenkreisen könnte auch Zypern sehr bald die Eurozone um Finanzhilfen für sein angeschlagenes Bankensystem bitten. Die formale Anfrage sei noch nicht in Brüssel eingetroffen, werde aber «binnen Stunden» erwartet, hiess es.
Die zyprischen Banken sind vor allem wegen der Krise der griechischen Finanzbranche in Bedrängnis. Diplomatenkreisen zufolge müssen die Geldhäuser des Inselstaates wegen der Schuldenkrise im Nachbarland rund 3,5 Milliarden Euro abschreiben. Als letzte der drei grossen US-Ratingagenturen stufte Fitch die Kreditwürdigkeit Zyperns auf Ramschniveau herab.
(sda/red/galc;coro)



