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Schweiz

Familie und Beruf – Jetzt auch ein FDP-Thema

Samstag, 23. Juni 2012, 12:07 Uhr, Aktualisiert 13:49 Uhr

Die FDP-Delegierten haben in St. Maurice (VS) das Positionspapier zur «Vereinbarkeit von Familie und Beruf» praktisch einstimmig angenommen. Allerdings bleiben sie vage, wie Fremdbetreuungskosten für Kinder finanziert werden sollen.

Für den FDP-Chef sind seine Vorschläge keine liberalen Luftschlösser sondern realpolitische Notwendigkeit. («Tagesschau» vom 23.06.2012)

«Eine liberale Familienpolitik schafft Bedingungen, damit Familien ihr Leben möglichst frei gestalten können», heisst es im Positionspapier. Konkret verlangt die FDP darin mehr bezahlbare Krippenplätze. «In der Schweiz fehlen rund 100'000 vorschulische Betreuungsplätze», sagte Carmen Walker Späh, Präsidentin der FDP Frauen.

Kinderbetreuung voll von Steuer abzugsfähig

Gefördert werden sollen private Initiativen wie das Kinderkrippenprojekt «Sperantino» des kürzlich verstorbenen Luzerner FDP-Nationalrates Otto Ineichen. Dazu müssten jedoch administrative Hürden abgebaut werden. 

Die FDP fordert weiter, dass die Fremdbetreuungskosten voll von den Steuern abgezogen werden können. Denn Kinderbetreuung stelle gerade für Mittelstandfamilien eine enorme finanzielle Belastung dar, heisst es.

In einem Interview mit «Schweizer Radio DRS» konkretisierte Müller das Positionspapier: «Wir brauchen mehr Kindertagesstätten, müssen Tagesschulen installieren und Teilzeitstellen schaffen.» Was die Finanzierung des Konzepts angeht, gab sich der FDP-Chef vage: «Die Bezahlung soll in einem selbstverantwortlichen, liberalen Sinne erfolgen». Auch die Privatwirtschaft müsse da ihren Beitrag leisten, so Müller.

«Wenn Arbeit mehr kostet als sie einbringt, läuft etwas falsch in unserem System.» Zur Finanzierung der Krippen nennt das Positionspapier zwei bereits in verschiedenen Kantonen eingeführte Modelle: das «Modell Waadt», das die Finanzierung durch eine Stiftung vorsieht oder Betreuungsgutscheine, wie sie der Kanton Luzern kennt.

Tagesstrukturen in Schulen gefordert 

Ausserdem verlangt die FDP die Schaffung von Tagesstrukturen in den öffentlichen Schulen durch die Kantone. «Das Modell einer schulischen Tagesstruktur ist für viele erwerbstätige Eltern eine Notwendigkeit», heisst es. Angeboten werden sollen etwa Mittagstische, Aufgabenhilfe oder Randstundenbetreuung. 

Ebenso will sich die FDP für mehr flexible Arbeitsmodelle wie Teilzeitstellen, Tele-Arbeit und Arbeit von zu Hause aus einsetzen. Barbara Josef von Microsoft Schweiz war eigens an die DV eingeladen worden, um zu erklären, wie Microsoft dies bereits umsetzt.

(sda/hues; galc)