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International

Stunde der Wahrheit in Ägypten: Mursi oder Schafik?

Samstag, 23. Juni 2012, 17:33 Uhr

Ägypten steht kurz vor der Verkündung der Ergebnisse der ersten freien Wahl eines Präsidenten in der Geschichte des Landes. Noch betrachten sich beide Kandidaten als Sieger.

Bild Ahmed Schafik (links) und Mohammed Mursi
Egal wer Präsident wird – Ahmed Schafik (links) oder Mohammed Mursi – er wird sich mit dem Militärrat arrangieren müssen. reuters

Am Sonntag um 15 Uhr wird verkündet, ob der nächste Präsident Ägyptens Mohammed Mursi oder Ahmed Schafik heissen wird. Teilergebnisse, die in den einzelnen Provinzen veröffentlicht wurden, legen nahe, dass Mursi gewonnen hat. Er ist der Kandidat der konservativ-religiösen Muslimbruderschaft. Sein Gegner Schafik gilt als verlängerter Arm des herrschenden Militärs.

Machtbeschneidung durch Militär

Sollte tatsächlich Mohammed Mursi als Sieger aus der Wahl hervorgehen, sind seine Vollmachten bereits durch jüngste Erlässe des regierenden Militärrats drastisch eingeschränkt.

Offenbar laufen aber intensive Hintergrund-Verhandlungen zwischen dem Militärrat und der Muslimbruderschaft. Diese würden auf einen «politischen Deal» abzielen, um die Erlässe des Militärrats zumindest teilweise rückgängig zu machen. Dafür würden die Islamisten davon abrücken, Druck von der «Strasse» aus zu machen. Dies berichtet das Internet-Portal «ahramonline».

Proteste halten an

Zehntausende Menschen hatten auf dem Tahrir-Platz in Kairo gegen die zunehmende Machtkonzentration in den Händen des Militärrats demonstriert. Die Demonstranten, angeführt von den Muslimbrüdern, fordern die «Wiederherstellung von Legitimität und Demokratie».

Konkret: Sie verlangen die Rücknahme der jüngsten Massnahmen des Militärrats, mit denen die Vollmachten des neuen Präsidenten beschnitten und das erst zur Jahreswende gewählte, mehrheitlich islamistische Parlament aufgelöst wurde.

(muep/dpa;galc)