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SF-Korrespondent in Kairo: «Stimmung ist explosiv»
Seit Tagen schon rätseln die Ägypter über den Gesundheitszustand ihres früheren Präsidenten Hosni Mubarak. Nun soll er im Koma liegen und künstlich am Leben erhalten werden. Sollte Mubarak länger in diesem Zustand verbleiben, könnte dies zu mehr Wut und Protesten in der Hauptstadt führen. Davon ist SF-Korrespondent Pascal Weber überzeugt.
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«Das Volk ist extrem gespalten», sagt Pascal Weber in Kairo. Das eine Lager fordere «Vergebung» für den vor zwei Wochen zu lebenslanger Haft verurteilten Ex-Präsidenten, das andere quasi den Galgen. Letztere würden hinter den Meldungen über Mubaraks Gesundheitszustand Kalkül sehen: «Es sei ein Versuch, Mubarak aus dem Gefängnis zu holen und ihm eine angenehmeres Leben zu bieten, sagen sie.»
Sollte dies der Fall sein und Mubarak noch länger in diesen Zustand verbleiben, dann könnte dies zu mehr Wut und Protesten führen, ist Weber überzeugt. «Wenn Mubarak stirbt, dann glaube ich, dass es für Ägypten eine Art Erlösung sein könnte. Der Streit darüber, wie mit Mubarak umgegangen werden soll, wäre damit hinfällig.»
Wut gegen Militär wird grösser
Die Situation in Kairo ist nicht eindeutig, ebenso vielschichtig sind die Positionen der Menschen. So haben am Vorabend Tausende auf dem Tahrirplatz gefeiert und demonstriert. Die von der Muslimbruderschaft organisierte Veranstaltung war einerseits eine Siegesfeier für den vermeintlichen Sieger der Präsidentenwahl, Mohammed Mursi, und gleichzeitig eine Protestaktion gegen den Obersten Militärrat.
Es seien viele Menschen auf dem Platz gewesen, erzählt Weber, der auch auf vor Ort war. Es habe aber auch schon mehr Leute gehabt. «Die Wut gegen das Militär aber wächst.»
«Wahlresultat wird für Dynamik auf der Strasse entscheiden sein»
Wie sich diese Dynamik entwickle, sei nicht abzuschätzen. «Dies hängt wohl davon ab, wer zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt wird.» Das Resultat der Wahl hätte am Donnerstag bekanntgegeben werden sollen. Die Wahlkommission hat die Bekanntgabe des Endergebnisses zwischen dem Muslimbruder Mohammed Mursi und dem Ex-Premier Ahmed Schafik allerdings verschoben.
«Sie will mit der Verzögerung offenbar Zeit schinden. Denn einerseits ist die Stimmung derzeit explosiv und andererseits sind Leute auch revolutionsmüde», meint Weber. Es sei eine schwierige Situation. «Was glasklar ist, dass sich der Zweikampf zwischen dem Militär und der Muslimbruderschaft nochmals verschärfen wird.»
Sollte nicht deren Kandidat Mursi, sondern Shafik zum Sieger erklärt werden, könne es hitzig werden. «Dies wird für die Dynamik auf der Strasse einen entscheidenden Einfluss haben.»







