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Schweiz

Merck Serono schliesst Standort Genf definitiv

Dienstag, 19. Juni 2012, 9:34 Uhr, Aktualisiert 10:53 Uhr

Der Standort Genf des Pharma- und Chemiekonzerns Merck Serono wird geschlossen. Das Management hält an seinem im April angekündigten Entscheid fest. Demnach werden 500 Stellen in Genf gestrichen und 750 Arbeitsplätze ins Ausland verlagert.

Bild Ein Mitarbeiter von Merck Serono läuft durch einen Flur im Hauptgebäude.
Für Hunderte von Merck-Serono-Mitarbeitern in Genf sieht die Zukunft düster aus. Allerdings gibt es Verbesserungen beim Sozialplan. keystone

Merck Serono habe keine Vorschläge der Mitarbeiter berücksichtigen können, die sich auf den Erhalt des Standortes in Genf bezogen. Das Unternehmen habe entschieden, dass sich diese Vorschläge nicht mit Absicht vereinbaren liessen, Doppelfunktionen abzubauen, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern, schreibt das Unternehmen.

Allerdings gebe es Verbesserungen beim Sozialplan. So wurde beispielsweise das Vorruhestandsalter von 58 auf 56 gesenkt. Merck Serono biete den Mitarbeitern zudem Unterstützung bei der Gründung von neuen Unternehmen an. Auch würden Gespräche über Beschäftigungsmöglichkeiten für betroffene Mitarbeiter fortgesetzt.

Dutzende Stellen fallen weg

Die Mitarbeitenden werden bis Ende Juli über ihre persönliche Situation informiert. Der Standort Genf soll bis Mitte des Jahres 2013 geschlossen werden, der Standort Coinsins (VD) Ende 2014.

Merck Serono mit Hauptsitz im deutschen Darmstadt hatte im April angekündigt, von den 1250 Stellen in Genf 500 zu streichen und 750 nach Darmstadt, Boston und Peking zu verlagern. Zudem sollen im Kanton Waadt 80 Stellen abgebaut werden.

Vorschlag eines Biotechnologie-Clusters

Zuvor hatte eine Task Force Vorschläge geprüft, welche die Mitarbeitenden von Merck Serono in Genf zur Rettung der Arbeitsplätze eingereicht haben. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Idee gerichtet, in Genf einen sogenannten Biotechnologie-Cluster aufzubauen. Dieser hätte laut der Kantonsregierung als vielseitiges Forschungsinstitut aufgebaut werden sollen.

In der Task Force vertreten waren unter anderen die Genfer Regierung, das Staatssekretariat für Wirtschaft, die Kommission für Technologie und Innovation sowie die Angestellten von Merck Serono.

(sda/bers; muei)