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Schweiz

Die Schweiz wird «ungläubiger»

Dienstag, 19. Juni 2012, 11:22 Uhr, Aktualisiert 12:37 Uhr

In der Schweiz ist jede fünfte Person über 15 Jahre konfessionslos. Damit hat sich der Anteil Personen, die keiner Kirche angehören, in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt. Sowohl der katholischen wie auch der evangelisch-reformierten Kirche laufen die Schäfchen davon.

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Bevölkerung in der Schweiz nach Konfessionen «Übrige» verteilt sich fürs Jahr 2010 folgendermassen (Jahr 2000 jeweils in Klammern):
Islamische Glaubensgemeinschaften: 4,5 % (3,6%)
Andere christl. Glaubensgemeinschaften: 2,4 % (4,3%)
Jüdische Glaubensgemeinschaften: 0,2 % (0,2%)
Andere Religionsgemeinschaften: 1,1 % (0,7%)
Quelle: Bundesamt für Statistik

Ende 2010 waren in der Schweiz laut einer Erhebung des Bundesamts für Statistik über 1,3 Millionen der über 15jährigen oder 20,1 Prozent konfessionslos. Im Jahr 2000 hatte das BFS noch einen Anteil von rund 12 Prozent gezählt.

Die grösste Konfessionsgruppe bildete Ende 2010 nach wie vor die römisch-katholische Kirche mit einem Anteil vom 38,8 Prozent oder rund 2,5 Millionen Mitgliedern. Zur evangelisch-reformierten Kirche gehörten zu dem Zeitpunkt rund 2 Millionen Personen. Dies entspricht einem Anteil von 30,9 Prozent.

Einzig mehr Mitglieder für islamische Gemeinschaft

Beide grossen Landeskirchen verloren in den letzten zehn Jahren Mitglieder: Die römisch-katholische Kirche verzeichnete einen Rückgang um 3,7 Prozentpunkte, die evangelisch-reformierte Kirche musste ein Minus um 3,2 Prozentpunkten hinnehmen.

Die islamischen Glaubensgemeinschaften machten Ende 2010 mit 296'000 Mitgliedern einen Anteil von 4,5 Prozent aus. Das sind 0,9 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2000. Die jüdische Gemeinde blieb in den zehn Jahren mit einem Anteil von 0,2 Prozent (rund 16'000 Mitglieder) stabil.

Am meisten «Ungläubige» in BS und NE

Im regionalen Vergleich ist die römisch-katholische Glaubensgemeinschaft in der Zentralschweiz (Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden), im Tessin, im Wallis und in den Kantonen Freiburg, Appenzell Innerrhoden und Jura weiterhin die dominante Glaubensgemeinschaft geblieben: Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung gehören dieser Konfessionsgruppe an. Im Kanton Genf sind die römisch-katholische Landeskirche und die Konfessionslosen mit einem Anteil von 36,8 resp. 35,1 Prozent etwa gleich stark vertreten.

In den Kantonen Basel-Stadt und Neuenburg sind die Konfessionslosen im Vergleich zu den anderen Gruppen am stärksten (42,2 bzw. 37,0 Prozent). Die evangelisch-reformierte Landeskirche weist nur noch im historisch reformierten Kanton Bern einen Anteil von mehr als 60 Prozent auf. Aber auch in den Kantonen Schaffhausen und Appenzell Ausserrhoden bilden die Evangelisch-Reformierten die mit Abstand grösste Konfessionsgruppe.

(sda/sf/frua/godc;blur)