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Ärzte: Mubarak liegt im Koma und wird künstlich beatmet
Der ehemalige ägyptische Staatspräsident Hosni Mubarak kämpft offenbar mit dem Tod. Nach einem Schlaganfall wird er laut Informationen aus Sicherheitskreisen auf der Intensivstation behandelt. Genaue Informationen zum Gesundheitszustand des 84-Jährigen gab es nicht.
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Nachdem Mubarak in der Nacht zuerst für klinisch tot erklärt worden war, berichteten unabhängige Medien des Landes später unter Berufung auf Ärzte, Mubarak liege nach einem Herzanfall im Koma und werde künstlich am Leben erhalten. Seitens des Gefängnisspitals war zunächst von einem Hirnschlag die Rede.
Der ehemalige Präsident wurde laut Berichten von unabhängigen Medien in einem Militärspital im Kairoer Stadtteil Maadi an lebenserhaltende Geräte angeschlossen. Seine Ehefrau und eine Schwiegertochter trafen noch in der Nacht im dem Spital ein.
Der klinische Tod bedeutet einen völligen Herz-, Kreislauf- und Atemstillstand. Dieser Zustand ist umkehrbar, wenn der Patient innerhalb weniger Minuten wiederbelebt wird. Dies kann auch mit medizinischen Geräten geschehen. Wenn das Herz dann wieder schlägt, gilt der Betroffene nicht mehr als klinisch tot.
Mubarak befinde sich in einem «sehr kritischen Zustand», sagte General Mohsen al-Fangari vom regierenden Militärrat laut einem Bericht auf der Internetseite der Zeitung «Al-Schoruk» am Dienstagabend. Er betonte aber, dass der frühere Machthaber nicht tot sei.
Bereits vor zehn Tagen hatte Mubarak im Gefängnis offenbar zweimal einen Herzstillstand erlitten. Die Ärzte hätten beide Male Defibrillatoren einsetzen müssen, um ihn ins Leben zurückzuholen, hiess es damals aus Medizinerkreisen.
«Eine Art Erlösung für die Bevölkerung»
Der Umgang mit dem Ex-Präsidenten war in den vergangenen Tagen heiss diskutiert worden. Vor allem etliche ehemalige politische Gefangene hatten sich verbittert über eine «Sonderbehandlung» geäussert, die Mubarak ihrer Ansicht nach genossen habe.
Aus Kairo berichtet SF-Korrespondent Pascal Weber der «Tagesschau», Mubaraks Zustand komme für die Bevölkerung «einer Art Erlösung» gleich. Der Streit, wie man mit Mubarak nach seiner Verhaftung fortfahren wolle, habe das Land entzweit, so Weber weiter.
Zu lebenslanger Haft verurteilt
Mubarak war Anfang Juni wegen seiner Mitschuld am Tod von Demonstranten während der Massenproteste, die im Februar 2011 schliesslich zu seinem Sturz führten, zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nach der Urteilsverkündung war er in das Gefängnisspital verlegt worden.
Schon damals hatte er eine Art Nervenzusammenbruch erlitten. Die Untersuchungshaft hatte Mubarak noch relativ komfortabel in einem gut ausgestatteten Krankenhaus des Militärs verbracht. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen litt Mubarak auch unter schweren Depressionen, Atemnot und Bluthochdruck. Seine Familie hatte eine Verlegung aus dem Gefängnis ins Spital gefordert, was die Behörden aber ablehnten.
Nachfolger am Wochenende gewählt
Mubaraks Nachfolger wurde am vergangenen Wochenende bestimmt. In einer Stichwahl um das Präsidentenamt mussten sich die Ägypter zwischen dem konservativ-religiösen Mohammed Mursi und Ahmed Schafik, ein Vertrauter Mubaraks, entscheiden. Obwohl noch keine offiziellen Wahlergebnisse vorliegen, beanspruchen beide den Sieg für sich.
Von der einstigen Machtfülle Mubaraks wird der neue Präsident allerdings nur träumen können. Der seit dem Rücktritt des Präsidenten herrschende Militärrat hat die Befugnisse des künftigen Staatsoberhaupts bereits zu eigenen Gunsten drastisch beschnitten.
(sda/koua;gern)



