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International

Ägyptenwahl: Knapper Vorsprung für Muslimbruder

Dienstag, 19. Juni 2012, 16:11 Uhr

Der Machtkampf ist in Ägypten am Tag zwei nach der Präsidentenwahl voll entbrannt. Laut gut informierten Kreisen siegte der Muslimbruder Mohammed Mursi. Die Unterstützer des Rivalen Ahmed Schafik machen jedoch Wahlbetrug geltend – sie tun dies nicht ganz unberechtigt.

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Hauchdünn, mit 51,5 Prozent der Stimmen, sollen die Ägypter den Muslimbruder Mursi gewählt haben. So hiess es inoffiziell aus dem Innenministerium. Die Unterstützer Schafiks legten jedoch Einspruch gegen das Ergebnis ein. Sie gehören zur alten Mubarak-Garde, die das Militär repräsentiert.

Gemäss den Anhängern Schafiks sollen die Muslimbrüder im grossen Stil Wähler zu den Urnen gekarrt haben. Dies ist nach ägyptischem Wahlgesetz verboten. Auch Menschenrechtsorganisationen, die die Wahlen beobachtet haben, bestätigen dies.

Beide Kandidaten hatten sich nach der Stichwahl am Wochenende zu Siegern erklärt. Das amtliche Wahlergebnis wird am Donnerstag bekannt gemacht.

Militärrat ist nervös

Unterdessen verkündete der Oberste Militärrat weitere Entscheidungen, mit denen die Macht des künftigen Präsidenten beschnitten wird. Laut staatlichen Medien ernannte Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi den General Abdelmumin Foda zum Leiter des Präsidialamtes.

Gleichzeitig schuf er per Dekret einen Rat im Amt des Präsidenten, der über Budgetfragen entscheiden soll. Die US-Regierung hatte das ägyptische Militär aufgefordert, die Macht möglichst bald an eine zivile Regierung abzugeben.

Ein Verwaltungsgericht in Kairo befasst sich derweil mit der Frage, ob die Muslimbruderschaft und ihre neu gegründete Partei der Freiheit und Gerechtigkeit überhaupt legal sind. Dies hatte der Anwalt Schahata Mohammed Schahata in Zweifel gezogen. Die Richter in Ägypten gehören noch zur Garde von Mubarak.

(dpa/galc)