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Krise im Euro-Land

Antonis Samaras: Im Zickzack zum Erfolg

Montag, 18. Juni 2012, 13:42 Uhr

Antonis Samaras bezeichnete das Sparprogram, das Griechenland von der EU aufgetragen wurden noch im Herbst 2011 als falsch. Er ist einer, der sich nicht gerne umstimmen lässt. In seiner Politkarriere musste er aber schon vermehrt einlenken.

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Wenn es um die Zukunft Griechenlands geht, kann Antonis Samaras, der Sieger der griechischen Parlamentswahlen, durchaus einlenken. Mehrfach musste der 60jährige Chef der Nea Dimokratia (ND) bereits tun.

So musste Samaras im November 2011 einsehen, dass Aussagen nach dem Motto «Das Sparprogramm ist falsch, ich werde es ändern» Empörung auslöst – allen voran bei den Geldgebern.

In der grössten Krise des Landes stimmte Samaras im November der Bildung einer Regierung unter dem parteilosen Finanzexperten Lucas Papademos zu. Und billigte damit das harte Sparprogramm doch noch.

Ultrakonservative Abgeordnete traten daraufhin aus der konservativen Partei aus und gründeten eine neue: die Unabhängigen Griechen. Samaras warnte: Was Griechenland in 30 Jahren errungen habe, könne binnen weniger Wochen verloren gehen, falls die Linke an die Regierung komme.

WG mit Giorgos Papandreou

Weil Armut und soziale Konflikte im Land zunahmen, fuhr er bei der Wahl im Mai eines der schlechtesten Ergebnisse in der Geschichte seiner Partei ein. Die ND kam auf 18,9 Prozent (2009: 34 Prozent). Dennoch wurde sie stärkste Kraft im Parlament.

Grosses Charisma versprüht Samaras nicht, sagen Beobachter. Der Spross einer reichen Athener Familie glänzte als junger Mann mit sportlichen Leistungen und wurde griechischer Jugend-Tennismeister. Später studierte er Wirtschaftswissenschaften am Amherst College in den USA.

Das dortige Internat bewohnte er eine Weile gemeinsam mit dem späteren sozialistischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou. Sein Studium setzte er in Harvard fort. 1977 kehrte er nach Griechenland zurück und wurde als 26jähriger ins Parlament gewählt.

«Sparprogramm hat Wirtschaft abgewürgt»

Kritiker werfen Samaras vor, er könne trotz seiner langjährigen Erfahrung nicht die Massen bewegen, anders als der geschickte Taktiker und gute Redner Alexis Tsipras von der Linkspartei. Dennoch konnte Samaras die Entscheidungswahl gewinnen.

Die Griechen sind in ihrer Mehrheit proeuropäisch. Mehr als 80 Prozent wollen in der EU bleiben. Samaras hatte immer wieder betont, das Sparprogramm für Griechenland sei notwendig, es habe aber die Wirtschaft abgewürgt. Investitionen müssten her.

Einer seiner Lieblingssätze mit Blick auf das Sparprogramm lautet: «Die Medizin ist gefährlicher als die Krankheit.»

(sda/dpa/schubeca; koua)