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International

US-Polizeiopfer Rodney King gestorben

Sonntag, 17. Juni 2012, 18:44 Uhr, Aktualisiert 20:03 Uhr

Der Afroamerikaner Rodney King – die Schlüsselfigur der schweren ethnischen Unruhen in Los Angeles Anfang der 90er-Jahre – ist im Alter von 47 Jahren gestorben.

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Rodney Kings Leiche sei auf dem Grund eines Swimmingpools gefunden worden, teilten die Behörden im kalifornischen Rialto mit. Die genaue Todesursache sei unklar, ein Verbrechen könne aber wahrscheinlich ausgeschlossen werden.

Kings brutale Festnahme durch die Autobahnpolizei war 1991 von einem Amateurfilmer auf Video aufgenommen worden. Die Bilder waren wenige Tage später um die Welt gegangen. Sie zeigten, wie vier weisse Beamte King mit Schlagstöcken fast zu Tode prügelten.

Bild Schwarz-weisses Bild von Videoaufnahme.
Rodney King galt seitder Misshandlung durch weisse Polizisten als Symbol für Gewalt gegen Schwarze in den USA. Die Bilder gingen um die Welt. keystone/archiv

Die Polizisten hatten den damals 25jährigen betrunkenen King, der wegen eines Raubüberfalls auf Bewährung auf freiem Fuss war, nach einer Verfolgungsjagd gestoppt und brutal malträtiert. Er musste danach fünf Stunden operiert werden.

Nachdem die Polizisten 1992 von einem Gericht freigesprochen worden waren, kam es in Los Angeles zu den schwersten Rassenunruhen in der jüngeren amerikanischen Geschichte. Bei den fünftägigen Ausschreitungen starben 55 Menschen. Mehr als 2200 wurden verletzt. Der Sachschaden betrug damals rund eine Milliarde Dollar.

«Können wir miteinander auskommen und warum können wir es nicht?» Diese Frage stellte sich Rodney King auch noch vor wenigen Monaten. Im April dieses Jahres erschien sein Buch «The Riot Within: My Journey from Rebellion to Redemption». (Originalton englis

Zwei der Polizisten wurden später nach einem Berufungsverfahren verurteilt. Eine Geschworenen-Jury sprach sie schuldig, Kings Bürgerrechte verletzt zu haben. Der Richter verurteilte sie zu je 30 Monaten Haft und blieb damit weit unter der

zulässigen Höchststrafe von zehn Jahren Gefängnis. Die Stadt musste King wegen der Misshandlung 3,8 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen.

King war in den folgenden Jahren mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten, unter anderem wegen Drogenmissbrauchs.

(dpa/hesa/schubeca; schl)