Inhalt

Vermischtes

Ab in die Sommerferien: Das ist neu auf Europas Strassen

Christa Gall
Samstag, 16. Juni 2012, 11:18 Uhr

Andere Länder, andere Bussen: «Keine Landeskenntnis» lassen Strassenpolizisten in den Nachbarländern bei Übertretungen nicht als Ausrede gelten. Besser, man kennt die Vorschriften schon vor den Ferien.

Ab Juli muss jeder Autofahrer in Frankreich einen unbenutzten Alkoholtest im Wagen mitführen. Doch: Die Alkoholtests sind im Moment wegen Lieferengpässen vergriffen.

Bild Polizistin prüft die Ausweise eines Autofahrers.
Schwere Verkehrssünden führen in einigen Ländern sogar zur Haftstrafe. reuters / archiv

Stephan Müller vom Touring Club Schweiz (TCS) verspricht: «Bis zu den Sommerferien werden die Tests wieder erhältlich sein.» Zudem werden Autofahrer erst ab November mit 11 Euro gebüsst, wenn sie den Test nicht im Auto mitführen.

Wichtig für jene, die noch keine Alkoholtests gekauft haben: Die Geräte müssen den französischen (NF) oder den europäischen Normen genügen.

Alkohol am Steuer ist teuer

Ab 0,5 Promille darf man sich auf Frankreichs Strasse nicht mehr hinters Steuer setzen. Wer von der Polizei mit Promillen zwischen 0,5 und 0,8 erwischt wird, muss 750 Euro zahlen. Darüber muss man Bussen bis zu 4500 Euro zahlen.

Die Tempolimiten betragen innerorts 50 km/h, ausserorts 90 km/h, auf der Autobahn 130 km/h.

Unerlaubtes Parkieren

 11 bis 15 Euro

Lichtsignal nicht beachten

135 Euro

Alkohl am Steuer, ab 0,5 Promille

750 Euro oder mehr

Sicherheitsgurten nicht tragen

90 bis 135 Euro

Ein Telefon ohne Freisprecheinrichtung verwenden

22 bis 35 Euro

Deutschland: «Schadstoffplakette» in Städten

In manchen deutschen Innenstädten ist eine Umweltzone eingeführt worden. Diese Zone darf nur mit einer «Schadstoffplakette» fürs entsprechende Auto befahren werden. Achtung: Das Zustellen der Plakette durch den deutschen Automobilclubs ADAC nimmt 5 bis 10 Arbeitstage in Anspruch. Für die Bestellung benötigt man eine Kopie des Fahrzeugausweises.

Die Tempolimiten betragen innerorts 50 km/h, ausserorts 100 km/h, auf der Autobahn 130 km/h.

Bussen in Deutschland

Die Polizei kann an Ort und Stelle Bussen bis zu 35 Euro kassieren und für höhere Beträge eine Kaution verlangen. Bei schweren Vergehen darf die Polizei sogar das Fahrzeug beschlagnahmen.

Unerlaubtes Parkieren

10 bis 15 Euro

Lichtsignal nicht beachten

90 bis 360 Euro

Alkohl am Steuer, ab 0,5 Promille

500 Euro oder mehr

Sicherheitsgurten nicht tragen

30 Euro

Ein Telefon ohne Freisprecheinrichtung verwenden

40 Euro

Österreich: «Pickerl» für Autobahnen

Auf österreichischen Autobahnen benötigt jedes Motorfahrzeug den so genannten «Pickerl». Diese Vignette ist, je nach Wahl, unterschiedlich zeitlich beschränkt. Wer ohne das «Pickerl» fährt und erwischt wird, muss an Ort und Stelle 120 Euro zahlen. Kann der Autofahrer die Busse nicht sofort zahlen, drohen ihm Bussen bis zu 4000 Euro.

Die Tempolimiten betragen innerorts 50 km/h, ausserorts 100 km/h, auf Autobahnen 130 km/h. Achtung: Nachts zwischen 22 und 5 Uhr gilt auf gewissen Autobahnen das Tempolimit von 110 km/h. Es betrifft dies die Autobahnen A10 (Tauern), A12 (Inntal), A13 (Brenner) und A14 (Rheintal).

Bussen in Österreich

Die Polizei kann an Ort und Stelle Bussen bis zu 36 Euro kassieren und für höhere Beträge eine Kaution verlangen.

Unerlaubtes Parkieren

21 bis 71 Euro

Lichtsignal nicht beachten

36 Euro oder mehr

Alkohl am Steuer, ab 0,5 Promille

581 Euro oder mehr

Ein Telefon ohne Freisprecheinrichtung verwenden

25 Euro oder mehr

Italien: «Viacard» auf Autobahnen

Wer auf Italiens Autobahnen an den Zahlstellen nicht lange warten möchte, kauft im Voraus eine so genannte «Viacard». Die Karten können an Tankstellen oder Rastätten in Italien bezogen werden.  Wollen Autofahrer die  «Viacard» benützen, müssen sie an den Zahlstellen die Ausfahrt «Carte» mit den blauen Tafeln benützen.

Um die Luftverschmutzung zu reduzieren, gelten in den historischen Zentren mancher grossen Städte zwischen 8 und 20 Uhr Fahrverbote oder Einschränkungen.

Die Alkoholgrenze im Blut beträgt 0,5 Promille. Die Tempolimiten betragen innerorts 50 km/h (sofern nichts anderes angeschrieben), ausserorts auf Nebenstrassen 90 km/h, ausserorts auf Hauptstrassen 110 km/h und auf der Autobahn 130 km/h.

Bussen in Italien

Bussen müssen auf der Stelle beglichen werden. Wenn der Fahrer die Bezahlung verweigert, kann das Fahrzeug beschlagnahmt werden. Immer eine Quittung, eine «ricevuta», verlangen.

Unerlaubtes Parkieren

38 bis 311 Euro

Lichtsignal nicht beachten

155 bis 624 Euro

Alkohl am Steuer, ab 0,5 Promille

542 bis 6527, ev. Haft bis 6 Monate

Sicherheitsgurten nicht tragen

78 bis 311 Euro

Ein Telefon ohne Freisprecheinrichtung verwenden

155 bis 624 Euro

Spanien: Haft für schwere Verkehrssünden

Die Sanktionen für schwere Verkehrsverstösse haben sich in Spanien drastisch verschärft. Hohe Geschwindigkeitsübertretungen und Alkoholfahrten können anstelle einer Geldstrafe jetzt auch Freiheitsstrafen zur Folge haben. Die Polizei kann zudem an Ort und Stelle Bussen bis zu 602  Euro einkassieren und das Fahrzeug stilllegen, wenn die Busse nicht bezahlt wird.

In Spanien wird gebüsst, wer mit mehr als 0,5 Promille im Blut erwischt wird. Strengere Regeln gelten für Automobilisten, die ihren Ausweis weniger lang als 2 Jahre besitzen. Sie werden schon bei 0,3 Promille gebüsst.

Die Tempolimiten betragen innerorts 50 km/h, ausserorts 90 km/h, auf Autostrassen 100 km/h, auf Autobahnen 120 km/h.

Unerlaubtes Parkieren

bis 91 Euro

Lichtsignal nicht beachten

91 Euro oder mehr

Alkohl am Steuer, ab 0,3 oder 0,5 Promille

301 Euro oder Haft

Ein Telefon ohne Freisprecheinrichtung verwenden

bis 91 Euro