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Krise im Euro-Land

Spanien will IWF-Forderungen nicht umsetzen

Samstag, 16. Juni 2012, 20:25 Uhr

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy will keine Sondersteuern anheben oder Löhne senken. Dies aber fordert der Internationale Währungsfonds (IWF) von dem Land, das vor einer Woche bei der EU um Finanzhilfe für seine Banken gebeten hat. Für Rajoy ist klar: «Europa braucht jetzt Politik und keine Vorschriften.»

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Der am Freitag veröffentlichte Spanien-Bericht des IWF werde den Rhythmus der Reformpolitik seiner Regierung nicht beeinflussen, sagte Rajoy. Er spielte die Bedeutung des IWF-Papiers herunter: Es handle sich nur um Empfehlungen, die der Währungsfonds regelmässig formuliere. Die Priorität seiner Regierung sei es, das Haushaltsdefizit zu senken. Der IWF hatte die spanische Regierung am Freitag aufgefordert, die Mehrwertsteuer und die Sondersteuern anzuheben und die Löhne der Staatsangestellten zu kürzen.

«Europa braucht keine Vorschriften»

Bei einem Treffen von Abgeordneten seiner konservativen Volkspartei (PP) sprach sich Rajoy erneut für eine weitergehende Integration der Euroländer im politischen Bereich, bei der Haushaltsstabilität und im Bankensektor aus. Es müsse die klare Botschaft ausgesandt werden, dass der Euro ein nicht umkehrbares Projekt sei. Andernfalls würden unter den Investoren Zweifel geschürt.

«Wir befinden uns in einem entscheidenden Moment der europäischen Geschichte. Europa braucht jetzt Politik und keine Vorschriften», betonte der spanische Regierungschef. Europa müsse auch Griechenland unterstützen, und Athen müsse seine Verpflichtungen gegenüber der EU einhalten. «Das wäre eine ausgezeichnete Nachricht für Spanien und für die Gesamtheit der Europäer.»

Zu der vor einer Woche zugesagten Finanzhilfe aus dem Euro-Rettungsfonds für die kriselnden spanischen Banken meinte Rajoy, dies sei ein «Schritt, der uns alle beruhigen sollte, denn jetzt gibt es Sicherheit für das (spanische) Bankensystem».

Märkte machen weiter Druck

Trotz der versprochenen Hilfsgelder für die Banken von bis zu 100 Milliarden Euro hat sich die Lage für Spanien letzte Woche weiter verschärft. Die Risikoaufschläge für spanische Anleihen und die Rendite für die richtungweisenden zehnjährigen Staatspapiere erreichten Rekordstände.

Durch den wachsenden Druck der Märkte, die Spanien misstrauen, wird die Gefahr immer grösser, dass das Land Rettungshilfe in Anspruch nehmen muss.

(sda/dpa/schubeca;fasc)