Krise im Euro-Land
Italien will mit dem Verkauf von Staatseigentum Löcher stopfen
Das hoch verschuldete Italien setzt im Kampf gegen die Krise auf einen Wachstumsplan und den Verkauf von Staatseigentum. Ministerpräsident Mario Monti will zudem die Ausgaben der Ministerien im laufenden Jahr um 5 Milliarden Euro senken.
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Die Regierung will das Vorhaben bis Monatsende beschliessen. Das Paket markiere eine Abkehr von den bisherigen strikten Sparmassnahmen, erklärte Monti nach einem Kabinettstreffen vor Journalisten.
Das Wirtschaftsministerium soll drei Unternehmen an die staatlich kontrollierte Holdinggesellschaft CDP für rund zehn Milliarden Euro veräussern. Der Verkaufserlös soll zum Schuldenabbau eingesetzt werden.
Zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums soll es Steuererleichterungen bei der Sanierung von Immobilien geben. Anreize sollen auch für Firmen geschaffen werden, hochqualifiziertes Personal einzustellen.
Zehntausende auf Roms Strassen
Derweil demonstrieren in Rom Zehntausende Gewerkschafter. Sie fordern mehr
Wachstum, mehr Arbeitsplätze und eine sozialere Verteilung der Steuerlasten in Italien. Von der Technokraten-Regierung unter Mario Monti verlangen sie auch eine «epochale Wende im Kampf gegen Steuerhinterziehung».
Die grossen Gewerkschaften CGIL, CISL und UIL hatten zu der Kundgebung aufgerufen, an der nach ihren Angaben mehr als 100‘000 Menschen teilnehmen. «Den wirklichen Wandel, den das Land braucht, gibt es nicht», sagte CGIL-Chefin Susanna Camusso in der Hauptstadt.
Italien hat die drittgrösste Volkswirtschaft der Eurozone und steht zunehmend im Fokus der Finanzmärkte. Das Land steckt mitten in der Rezession und muss wegen des mangelnden Vertrauens der Investoren immer mehr Zins für seine Schulden zahlen.
(sda/muei/schubeca;vaid)



