Schweiz
Suu Kyi: Demokratie muss in der Macht des Volkes liegen
24 Jahre lang war die burmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi nicht mehr in Europa. Nun hat sie Pass und damit die Freiheit zurück. Im Interview mit dem Westschweizer Fernsehen RTS sagt sie, woher sie ihre Kraft bezieht – und warum sie den Vergleich mit Nelson Mandela scheut.
Suu Kyi setzt sich seit den späten 80er-Jahren für die gewaltlose Demokratisierung ihres Landes ein. Bislang lehnte sie aus Angst, nicht mehr nach Burma einreisen zu dürfen, etliche Möglichkeiten ab, ins Ausland zu gehen. Nun aber ist die 66jährige auf Europa-Reise. Ihre erste Station führte sie in die Schweiz.
Auf der ganzen Welt wird die burmesische Parlamentarierin für ihre körperliche und mentale Stärke bewundert. Das Geheimnis liegt in ihrer Überzeugung und dem Wissen um gute Freunde, wie Suu Kyi im Interview mit RTS-Journalist Darius Rochebin erklärt. In den Moment, als sie ihren Pass und damit ihre Freiheit zurückerhielt, erinnert sie sich aber nicht genau – sie hat das Dokument nicht selber abgeholt.
Suu Kyi: Am Wichtigsten ist das Volk
Suu Kyi möchte sich nicht mit dem Anti-Apartheid-Kämpfer Nelson Mandela oder anderen Verfechtern der Freiheit vergleichen. Dennoch war sie immer stark inspiriert vom Kampf gegen die Apartheid in Südafrika, wie sie sagt. Sie stand unter Hausarrest, als Nelson Mandela freigelassen wurde, auch als er später zum Präsidenten gewählt wurde. «Ich habe das alles übers Radio erfahren. In vielen Belangen identifiziere ich mich mit dem Kampf für die Freiheit, wie er in Südafrika stattgefunden hat».
Suu Kyi betont, es gebe verschiedene Dinge, die für Burma getan werden könnten. Das Wichtigste sei aber, dass es einzig und allein darum gehe, was man für die Bevölkerung von Burma tun könne – nicht für die Regierung oder die Politik. Die Demokratie müsse gesichert werden und in der Macht des Volkes liegen. Sie dürfe nicht abhängig sein von einer bestimmten Gruppe oder Partei, mahnt die Friedensnobelpreisträgerin.
(sf/bers/buet)







