Inhalt

Schweiz

Suu Kyi trifft Didier Burkhalter

Donnerstag, 14. Juni 2012, 7:48 Uhr, Aktualisiert 21:45 Uhr

Der Appell um Unterstützung von Burmas Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi ist nicht ungehört geblieben. Bundesrat Didier Burkhalter hat bei einem Treffen Unterstützungsbeiträge von 25 Millionen Franken in Aussicht gestellt.

Bild

«Die Schweiz will Burma unterstützen», sagte Burkhalter. Sie begrüsse die Öffnung des Landes und werde den Übergang zur Demokratie fördern. Im November werde die Schweiz eine Botschaft in dem Land eröffnen.
 
Die Hoffnungen der Bevölkerung in Burma sowie der ganzen Welt seien gross, sagte der Aussenminister. Der Reformprozess werde aber lange dauern.
 
Die Schweiz erwarte, dass Burma alle politischen Gefangenen frei lasse, Massnahmen zur Stärkung der Menschenrechte und der Demokratie ergreife sowie die Zwangsarbeit bis 2015 vollständig abschaffe.  Das Geld von 25 Millionen Franken pro Jahr soll in ein Entwicklungsprogramm fliessen. Die Mittel sollen vor allem für die Berufsbildung, die Minenräumung und die Gesundheitsversorgung eingesetzt werden.

Schwächeanfall

Suu Kyi war sichtlich geschwächt. Bereits zu Beginn sagte sie, sie sei nicht mehr an die Zeitverschiebung gewöhnt, da sie lange nicht mehr gereist sei. Die Pressekonferenz musste schliesslich wegen eines Schwächeanfalls abgebrochen werden. Das geplante Dinner mit Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf, Aussenminister Burkhalter und Justizministerin Simonetta Sommaruga wurde abgesagt.

Vor dem Besuch in Bern machte Aung San Suu Kyi Station in Genf. Sie besuchte die Konferenz der Internationalen Organisation für Arbeit (ILO). Im Vorfeld der Konferenz bat sie Investoren und Regierungen um Unterstützung für Burma.

«Regierungen, Unternehmen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: Alle können uns helfen, die Gesellschaft zu schaffen, die unserem Land eine Zukunft bietet», sagte Suu Kyi.

Späte Dankesrede für Nobelpreis

Am Samstag will Suu Kyi in der norwegischen Hauptstadt Oslo 21 Jahre nach der Verleihung ihre Dankesrede für den Nobelpreis halten. Weitere Stationen ihrer Reise sind Grossbritannien, wo sie studierte und ihre Familie gründete, sowie Dublin und Paris.

15 Jahre Hausarrest

Aung San Suu Kyi gibt ihr erstes Interview seit ihrer Freilassung (19.11.2010)

Aung San Suu Kyi wurde insgesamt 15 Jahre von der Militärregierung Burmas unter Hausarrest gestellt. Am 13. November 2010 wurde sie freigelassen. Bei Nachwahlen ins burmesische Unterhaus Pyithu Hluttaw gelang es ihr im April 2012, einen Sitz zu ergattern. Ihre Partei gewann bei der Nachwahl 40 der 45 Sitze, die zu besetzen waren.

"The Lady" – ein Kinofilm über die bewegende Geschichte der burmesischen Freiheitskämpferin Aung San Suu Kyi. («10vor10»-Beitrag vom 02.04.2012)

(sf/sda/kunb/bers;hesa;fasc)