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Krise im Euro-Land

Auch zyprische Banken im Strudel der Euro-Krise

Mittwoch, 13. Juni 2012, 10:13 Uhr

Die Ratingagentur Moody's hat zwei der drei grössten zyprischen Banken herabgestuft. Schuld daran sind die Verbandelungen mit griechischen Banken. Die Wahrscheinlichkeit, dass Zypern als 5. Land noch vor Antritt der EU-Ratspräsidentschaft im Juli internationale Hilfe in Anspruch nehmen muss, steigt von Tag zu Tag.

Die Kreditwürdigkeit der Bank of Cyprus sei von B1 auf B2 und die der Hellenic Bank von Ba3 auf B1 gesenkt worden, hiess es. Für beide Finanzinstitute, ebenso wie für die Cyprus Popular Bank, würden weitere Herabstufungen geprüft.

Die zweitgrösste Bank Zyperns benötigt bis Ende Juni 1,8 Mrd. Euro. Die Regierung zeigt sich zwar bereit, der Bank mit einer geplanten Neuausgabe von Aktien unter die Arme zu greifen. Dazu wurde im Mai ein Notgesetz verabschiedet. Doch der Gang unter den Euro-Rettungsschirm wird immer wahrscheinlicher, da sowohl private Geldgeber als auch öffentliche Gelder fehlen.

Zeitlicher Druck lastet auf Zypern

Begründet wurde der Schritt mit der starken Präsenz der drei Banken in Griechenland. Die sonst als eher konservativ geschäftenden Geldhäuser bekannten Banken, sind unter anderem wegen den teuren Griechenland-Abschreibungen und den damit verbundenen Kapitallöchern in diese Schieflage geraten. Wie Moody's erklärte könnte deshalb ein möglicher Austritt Athens aus der Euro-Zone die Zahlungsfähigkeit der Institute massgeblich beeinträchtigen.

Ausserdem steigt der zeitliche Druck, da die Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) den Banken vorschreibt, bis Ende Juni eine Kernkapitalquote von 9 Prozent auszuweisen.

Zypern übernimmt im Juli EU-Ratspräsidentschaft

In einem Interview sagte der Regierungssprecher Stefanos Stefanou am Montag gegenüber dem zyprischen Radio, niemand könne einen Gang Zyperns unter den Rettungsschirm ausschliessen. «In diesem Fall wird Zypern das Thema so handhaben wie Spanien, damit es keine schwerwiegenden Bedingungen gibt», sagte der zyprische Finanzminister Vassos Siarlis laut «Cash» nach einem vierstündigen Treffen des Finanzausschusses des Parlaments in Nikosia.

Ein Diplomat sagte laut dem Onlineblatt ausserdem in Brüssel: «Wir wollen keine Situation wie in Griechenland, Irland oder Portugal». Sollte es dazu kommen, würde Zypern den Antrag wohl in der zweiten Monatshälfte stellen, so seine Vermutungen. Nach den griechischen Wahlen am 17. Juni, aber bevor das Land am 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt.

(sda/kunb;weis)