International
Venezuelas Präsident hat populären Herausforderer
Tausende Venezolaner sind am Sonntag zur Unterstützung des oppositionellen Präsidentschaftskandidaten Henrique Capriles auf die Strasse gegangen. Capriles selbst führte den Marsch durch die Hauptstadt Caracas an, nachdem er sich zuvor offiziell für die Wahl im Oktober registriert hatte.
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«Am 7. Oktober wählen wir nicht nur zwischen zwei Männern, wir wählen zwischen zwei Lebensformen», sagte der Oppositionspolitiker. Die Wähler müssten sich entscheiden zwischen einer «stagnierenden, gewalttätigen Gegenwart ohne Perspektiven» und einer «Zukunft des Fortschritts für alle», erklärte Capriles vor seinen Anhängern.
Der Wirtschaftsjurist war in der vergangenen Woche als Gouverneur des Staates Miranada zurückgetreten, um sich auf den Wahlkampf zu konzentrieren. Er tritt für die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie den Kampf gegen Kriminalität und Korruption ein. In Umfragen lag der 39jährige lange Zeit hinter Amtsinhaber Hugo Chávez.
Umfrage: Capriles erstmals vor Chávez
Eine jüngst veröffentlichte, landesweite Studie des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Servi Mercado prognostiziert jetzt für die venezolanischen Präsidentschaftswahlen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Capriles und Chávez. Das berichtet das Nachrichtenportal latina-press. Bei dem am 7. Oktober stattfindenden Urnengang erwartet Servi Mercado eine sehr hohe Wahlbeteiligung.
Nach Angaben von Luís García Planchard, Direktor des Instituts, würden 36,67 Prozent der über 1350 Befragten für Herausforderer Capriles stimmen. 34 Prozent legten sich auf den krebskranken Hugo Chávez fest, 25,56 Prozent sind noch nicht sicher und der Rest der Befragten gab keine Antwort.
«Capriles liegt das erste Mal vor Chávez. Die anhaltende Unsicherheit über den wahren Gesundheitszustand des Präsidenten macht sich nun bemerkbar. Unsere Umfrage prognostiziert eine sehr hohe Wahlbeteiligung, bei der die Hälfte der potenziellen Wähler total verunsichert ist», so Planchard.
Hintergründe zur Venezuela-Wahl
Ständig aktualisierte Informationen und Hintergründe über die Entwicklung in Venezuela und die Präsidentschaftswahlen bieten die Internet-Seiten Venezuelanalysis und latina-press. Ein Wahl-Dossier hält das Portal Amerika bereit.
Kandidatur Chávez' für heute erwartet
Es wurde erwartet, dass Chávez trotz seiner Krebserkrankung heute Montag seine Kandidatur für eine dritte sechsjährige Amtszeit in Folge einreichen wird. Chavez hatte am Samstag erklärt, dass er bei Nachuntersuchungen zu seiner jüngsten Krebsbehandlung einen positiven Befund erhalten habe. «Alles hat sich als absolut gut erwiesen», sagte er in Caracas. Er fühle sich gut und werde die Präsidentenwahl im Oktober gewinnen, sagte Chavez. Am Montag werde er sich als Kandidat für die Wahl anmelden.
Die Regierung machte bislang nur wenige Angaben zum Gesundheitszustand des 57jährigen Präsidenten, was zu Spekulationen über die politische Zukunft des linkspopulistischen Politikers führte.
Ein Haus für Chávez-Schwärmerin
Für eine junge Frau in Venezuela hat sich ihre Schwärmerei für Präsident Hugo Chávez richtig gelohnt: Weil sie als dreimillionste Nutzerin dem Staatschef im Kurznachrichtendienst Twitter im Internet folgte, soll die 19jährige nach Regierungsangaben ein Haus geschenkt bekommen.
Insgesamt erhielten auf der Insel Margarita 200 Familien im Rahmen eines staatlichen Wohnungsbauprogramms neue Unterkünfte. «Danke, mein Haus ist sehr schön», schrieb Natalia Valdivieso auf Twitter. «Wir sind so glücklich, weil wir den besten Präsidenten haben», hiess es in einem weiteren Eintrag.
(agenturen/sf/halp)







