International
Anschläge gegen Kirchen: 7 Tote in Nigeria
Bei Anschlägen auf zwei Kirchen im muslimischen Norden Nigerias sind am Sonntag mindestens sieben Menschen getötet worden. Wie die Behörden des westafrikanischen Staates weiter mitteilten, gab es Dutzende Verletzte.
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Die islamistische Sekte Boko Haram bekannte sich zu den Angriffen. Mit den Aktionen habe die Organisation beweisen wollen, dass sie entgegen anderslautenden Angaben der Regierung «nicht geschwächt» sei, erklärte ein Sprecher der Sekte in Maiduguri im Nordosten des Landes.
Boko Haram kämpft für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden des Landes und verübt regelmässig Anschläge auf Polizei, Behörden und Kirchen.
In Jos, der Hauptstadt des Bundesstaates Plateau, riss ein Selbstmordattentäter fünf Menschen mit in den Tod, als er seinen Sprengsatz nach dem Gottesdienst am Kirchenausgang zündete. Mehr als 52 Gläubige wurden nach Polizeiangaben verletzt, darunter nach Medienberichten auch der Pastor und seine Familie. Die Kirche im Zentrum von Jos sei bei der Explosion zerstört worden.
Bei einem zweiten Anschlag in der Stadt Biu im Bundesstaat Borno eröffneten Angreifer aus automatischen Waffen das Feuer auf die Mitglieder einer Kirchengemeinde. Dabei seien eine Frau getötet und viele weitere Gläubige verletzt worden, teilte die Polizei mit.
Anführer: Rache für Ermordung von Muslimen
Bereits in der Vergangenheit gab es bereits zahlreiche Anschläge auf Christen, zu denen sich meist Boko Haram bekannte. Der Anführer der Gruppe, Abubakar Shekau, rechtfertigt dies damit, dass Rache für die Ermordung von Muslimen in anderen Gebieten Nigerias genommen werde.
Erst am Montag hatte sich Boko Haram zu einem Selbstmordanschlag auf eine Kirche bekannt, bei dem zwölf Menschen ums Leben gekommen waren.
Verbindung zu Al-Kaida
Die Sekte hat Verbindungen zu anderen islamistischen Gruppen in der Region, darunter Al-Kaida. Nigeria ist mit mehr als 160 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Der Anteil von Christen und Muslimen ist weitgehend ausgeglichen, allerdings gibt es regionale Unterschiede: Der Islam dominiert den Norden, das Christentum den Süden.
Boko Haram will im Norden einen muslimischen Staat errichten, in dem die Scharia befolgt wird. Die wichtigsten Ölfelder von Afrikas größtem Produzenten befinden sich im Süden des Landes.
(agenturen/halp;schubeca)







