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International

Erste Wahlen seit Sturz Gaddafis in Libyen verschoben

Sonntag, 10. Juni 2012, 21:10 Uhr

In Libyen werden die ersten freien Wahlen nach dem Sturz des Diktators Muammar al-Gaddafi verschoben. Sie werden erst am 7. Juli stattfinden – knapp drei Wochen später als geplant.

Bild Nuri al-Abbar, Vorsitzender der Wahlkommission, spricht an einer Medienkonferenz
Nuri al-Abbar, Vorsitzender der Wahlkommission, verkündet an einer Medienkonferenz die Verschiebung des Datums. reuters

Die Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung sind die ersten Wahlen seit Jahrzehnten im Land.

Die Begründung der Verschiebung: technische und logistische Herausforderungen. Unter anderem seien die notwendigen Gesetze zur Organisation der Wahl verspätet verabschiedet und die Frist zur Wählerregistrierung verlängert worden, sagte der Chef der Wahlkommission, Nuri al-Abbar.

Überrascht durch grosses Interesse der Wähler

Zudem habe es viele Widersprüche von abgelehnten Kandidaten gegeben. Mehr als 2000 Kandidaten stellen sich zur Wahl. Auch sei man durch das grosse Interesse der Wähler überrascht worden. Mehr als 2,7 Millionen Libyer hätten sich als stimmberechtigt registrieren lassen.

Die Wahl einer verfassunggebenden Versammlung ist der erste Schritt zu einer Demokratisierung des über Jahrzehnte von Muammar al-Gaddafi autoritär regierten Landes.

Gaddafi war nach einem blutigen Bürgerkrieg im vergangen Jahr gestürzt worden und wurde im Oktober in seiner Heimatstadt Sirte getötet. Ein Jahr nach Bestimmung der verfassunggebenden Versammlung sollen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Libyen stattfinden.

(sda/buev)