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Gotthard-Felssturz: Arbeiter tot geborgen

Samstag, 9. Juni 2012, 9:30 Uhr, Aktualisiert 20:51 Uhr

Der bei Sicherungsarbeiten an der Gotthard-Zugstrecke verschüttete Arbeiter ist tot. Die Leiche des 29jährigen wurde bei Gurtnellen (UR) geborgen. Dies bestätigt die Kantonspolizei Uri «SF Online».

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Bei dem Unglück waren rund 3000 Kubikmeter Fels und Geröll zu Tal gestürzt. Neben dem jetzt geborgenen Toten wurden dabei zwei weitere Arbeiter verletzt. kapo uri

Am späten Nachmittag hatten am Donnerstag die Bergungsarbeiten begonnen. Dabei war ein ferngesteuerter Bagger zum Einsatz gekommen. Aufgrund akuter Felssturzgefahr hatten sich keine Menschen in das Unglücksgebiet zur Suche begeben dürfen.

Der 29-jährige Urner sei um 7 Uhr tot geborgen worden, teilte die Kantonspolizei Uri mit. Polizeisprecherin Fränzi Stalder sprach von einer äusserst schwierigen Bergung. Es hätten sehr grosse Steinmassen beseitigt werden müssen.

Bei der Suche kamen auch Hunde zum Einsatz. Der Tote sei geborgen und abtransportiert worden, sagte Stalder. Weil es sich um einen aussergewöhnlichen Todesfall handle, habe die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung eingeleitet. Dies sei ein normaler Vorgang.

Weitere Sprengung zur Sicherung nötig

Der Felssturz vom Dienstag in der Gemeinde Gurtnellen hatte einen 29jährigen Urner verschüttet. Der Bauarbeiter war damit beschäftigt gewesen, einen Damm wieder herzustellen. Dieser sollte das Bahntrassee vor einem Steinschlag schützen. Zwei weitere Arbeiter waren bei dem Felssturz verletzt worden. Sie kamen zur Behandlung ins Spital.

Das Unglück hatte sich an jener Stelle ereignet, an der bereits im März das Bahngleis verschüttet worden war. Damals war eine Sicherheitssprengung nötig geworden, bevor die Nord-Süd-Verbindung wieder freigegeben werden konnte.

Dies könnte auch jetzt wieder notwendig werden. Als besonders gefährlich eingestuft wird dabei ein 400 bis 500 Kubikmeter grosses Felsstück. Sofern sich der Block nicht selbst löst, wird er weggesprengt.

Geologisches Modell soll Klarheit bringen

Laut SBB-Sprecher Christian Ginsig könnte es aber notwendig werden, dass vermutlich noch mehr gesprengt werden müsste. Diese Sprengungen dürften dann aber wohl nicht vor Mitte nächster Woche durchgeführt werden.

Was genau getan werden muss, um die Sicherheit der Arbeiter zu gewährleisten, wird ein geologisches Modell zeigen, das seit dem Felssturz erarbeitet wird.

Mehr Leute mit Auto unterwegs

Unterdessen haben die SBB die Lage trotz der Sperrung unter Kontrolle. Laut SRF-Sonderkorrespondent Stefan Tabaznik hat sich in den letzten beiden Tagen das Ersatzsystem mit Bussen sehr gut einspielen können. Allerdings sei das Aufkommen an Reisenden bisher gering, was vermutlich auch am nicht sonderlich guten Wetter liege.

Der grosse Ansturm steht nächste Woche bevor, wenn die Schulreisen beginnen. (Tagesschau, 09.06.2012, 19:30 Uhr)

«Der grosse Ansturm kommt erst nächste Woche mit der Schulreisezeit», so Tabaznik. Dann seien ganze Klassen mit Schülern und Lehrern unterwegs. Im Gegensatz zur Bahn sei die Lage auf der Strasse dagegen etwas angespannter. «Man hat schon den Eindruck, dass jetzt mehr Leute mit dem Auto fahren», so der SRF-Korrespondent.

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Erleichterung nach Bergung

Die SBB ist erleichtert, dass der Leichnam des in Gurtnellen verschütteten Bauarbeiters geborgen werden konnte. Die Situation sei für die im Felssturzgebiet tätigen Arbeiter sehr belastend gewesen, sagte SBB-Sprecher Christian Ginsig. Hier mehr.

(sf/maiu;horm)