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Wirtschaft

Schweizer Unternehmer kämpfen mit griechischer Bürokratie

Reto Kohler
Freitag, 8. Juni 2012, 18:50 Uhr, Aktualisiert 20:50 Uhr

Für Schweizer KMUs wird der Handel mit griechischen Partnern immer schwieriger. Die Schweizer Unternehmer müssen gegen immer neue bürokratische Hürden des griechischen Staates kämpfen. Das zeigen Recherchen der «Tagesschau».

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Griechenlands Krise trifft auch die Schweiz (Tagesschau 8.6.2012, 19.30)

Betroffen ist zum Beispiel die ATS Tanner AG in Meisterschwanden (AG). Das Unternehmen ist führend auf dem Gebiet der Banderolier-Maschinen. Die Firma betreibt schon länger Geschäfte mit griechischen Partnern. «Doch in jüngster Zeit ist das Griechenland-Geschäft immer mühsamer geworden», sagt Heinz Sommerhalder, Finanzchef der Firma.

Neulich entsandte das Aargauer KMU einen Service Techniker nach Griechenland. Die Überraschung kam mit der Rechnung. Der griechische Kunde zog eigenmächtig 5 Prozent des Rechnungsbetrages ab. Der entsprechende E-Mail-Verkehr liegt der «Tagesschau» vor. «Leider müssen wir ihnen mitteilen, dass wir vom Rechnungsbetrag 5 Prozent abgezogen haben. Das entspricht dem griechischen Gesetz», schreibt der Kunde.

«Darüber haben wir uns natürlich gar nicht gefreut», sagt Heinz Sommerhalder. Das Unternehmen sei schon wegen des schwachen Eurokurses unter Druck. Da seien solche zusätzlichen Schikanen alles andere als erwünscht.

Zumal die ATS Tanner noch weitere Hürden überwinden musste, um an das Geld zu kommen. Sie mussten mehrere Formulare ausfüllen, welche die Verantwortlichen vorher noch nie gesehen hatten.

Neue Steuern über Nacht

Das sei unterdessen normal geworden, sagt  Nikolaos Aggelidakis. Der Leiter der Schweizerisch-Griechischen Wirtschaftskammer beobachtet, dass der griechische Staat im Zuge der Finanzkrise neue Steuern erhebt. Manchmal über Nacht, ohne jemandem etwas zu sagen.

Auch andere Unternehmen klagen über die wachsenden Mühen des Griechenlandgeschäftes. Der «Zürcher Oberländer»  schreibt, die Fehraltdorfer Firma Agta Record sei dazu übergegangen, Geschäfte mit griechischen Kunden nur noch gegen Vorauszahlung abzuschliessen.

Das Hinwiler Unternehmen Belimo hingegen sah sich gezwungen die Kreditfristen ihrer griechischen Partner zu verlängern.