International
Japan will AKW wieder hochfahren
Rund 15 Monate nach dem Reaktorunfall in Fukushima will Japans Regierungschef Yoshihiko Noda wieder zwei AKW in Betrieb nehmen. Die Ankündigung vom Ausstieg aus dem Ausstieg wird von Atomkraftgegnern heftig kritisiert.
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«Es ist mein Urteil, dass die Reaktoren 3 und 4 des Atomkraftwerks Oi zum Wohle der Menschen wieder ans Netz gehen sollten», sagte Ministerpräsident Yoshihiko Noda. Die Reaktoren waren wegen Wartungsarbeiten heruntergefahren worden. Das Atomkraftwerk Oi versorgt die Industrieregion Kansai mit der Grossstadt Osaka mit Strom.
Seit Anfang Mai dieses Jahres sind sämtliche 50 einsatzfähigen Reaktoren im Lande abgeschaltet. Stattdessen erzeugt Japan seinen Strom derzeit mit Thermalkraftwerken. Die umliegenden Gemeinden und Provinzregierungen lehnten aus Sorge um die Sicherheit der Meiler ein Wiederanfahren der Reaktoren bisher ab.
Einfluss der Atomlobby
Noda sagte, wenn die Atomkraftwerke, die bis zur Katastrophe in Fukushima mit rund 30 Prozent zur Stromversorgung Japans beitrugen, abgeschaltet blieben, dann «wird die japanische Gesellschaft einem Stillstand ausgesetzt sein». Die Regierung sei in der Lage, eine Katastrophe wie in Fukushima zu verhindern.
Sollte sich der Gouverneur der Provinz Fukui, Issei Nishikawa, mit Nodas Äusserungen zufriedengeben – was allgemein erwarten wird – dürfte er voraussichtlich nächste Woche ein Anfahren der Reaktoren absegnen.
Atomkraftgegner protestierten vor dem Regierungssitz. «Dies zeigt, wie tief die Regierung in der Tasche der Atomindustrie steckt», sagte Junichi Sato, Chef von Greenpeace Japan. Nicht die Politiker, sondern Experten sollten über die Sicherheit entscheiden, forderte Sato. Experten hielten die Oi-Reaktoren für nicht sicher, da die nötigen technischen Verbesserungen nicht vorgenommen worden seien.
Osakas Bürgermeister Toru Hashimoto, der bisher am lautesten Widerstand geleistet hatte, erklärte sich zu einem Kompromiss bereit. Er forderte, die Reaktoren in Oi sollten nur in den Sommermonaten, wenn die Klimaanlagen auf Hochtouren laufen, Strom produzieren und dann wieder vom Netz genommen werden. Noda hält ein vorübergehendes Wiederanfahren jedoch für nicht ausreichend.
(dpa/blur; mery)







