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Venus vor der Sonne: Tausende blicken himmelwärts

Mittwoch, 6. Juni 2012, 4:42 Uhr, Aktualisiert 20:59 Uhr

Zehntausende Menschen haben am Mittwochmorgen weltweit fasziniert ein Himmelsspektakel verfolgt, das erst in 105 Jahren wieder zu sehen sein wird: Mit Schutzbrillen ausgestattet verfolgten sie die Passage der Venus vor der Sonne. Trotz vieler Wolken war der «Venustransit» teilweise auch in der Schweiz zu sehen.

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Der nächste Venustransit findet erst in 105 Jahren wieder statt. (Tagesschau, 06.06.2012, 19.30 Uhr)

In der Schweiz verdeckten zwar vielerorts Wolken die Sonne, vor der die Venus am frühen Morgen als schwarzes Pünktchen vorbeizog. In der Ostschweiz, in Teilen des Engadins und in der Südschweiz gab es Wolkenlücken. So war das Ereignis mindestens für einige Minuten zwischen Sonnenaufgang und 06.55 Uhr sichtbar.

Anderswo auf der Welt hatten Zehntausende aber einen wolkenfreien Blick auf das seltene Spektakel: Gerade rechtzeitig zum «Venustransit» hatten sich beispielsweise im australischen Melbourne die Wolken verzogen. Tausende mit Schutzbrillen ausgestattete Menschen konnten die Venus als kleinen schwarzen Punkt vor der Sonne vorbeiziehen sehen.

Australien: «Himmel wie auf Kommando klar»

Australien galt als besonders guter Beobachtungsstandort. Observatorien, Universitäten und astronomische Gesellschaften hatten Experten und Schaulustige eingeladen, die Venuspassage gemeinsam zu beobachten. Augenärzte warnten die Menschen davor, mit blossem Auge in die Sonne zu schauen.

Die Astronomische Gesellschaft im Bundesstaat Victoria war begeistert. «Wir dachten zuerst, es wird schwierig, aber dann wurde der Himmel wie auf Kommando klar, die Sonne ging auf und Venus begann vorbeizuziehen», sagte Sprecher Perry Vlahos Reportern. Der Planet war als keiner schwarzer Punkt vor der riesigen Sonnenscheibe zu sehen.

Etwa sechs Stunden sichtbar

Die Venus zieht nur zweimal im Jahrhundert an der Sonne vorbei: zuletzt 2004. Das nächste Spektakel dieser Art ist erst wieder im Jahr 2117 – also in 105 Jahren – zu beobachten. Die Venuspassage dauert mehrere Stunden.

NASA-Hintergrundinfos zur Venus-Passage

Auf einer eigens eingerichteten Webseite hat die US-Raumfahrtbehörde NASA einige Hintergrundinformationen und Multimedia-Links zur Venuspassage zusammengestellt.

Grosses Interesse in Hongkong

In Hongkong hatten sich tausende Menschen freigenommen, um Venus vor der Sonne zu beobachten. Das Weltraummuseum stellte Teleskope für die Öffentlichkeit auf.

«Chinesen sind immer schon an solchen Himmelsphänomenen besonders interessiert gewesen», sagte Chau Hoi Fung, Astrophysiker an der Universität von Hongkong. «Wir haben sehr detaillierte Aufzeichnungen. Die chinesischen Kaiser glaubten früher, dass ihre Herrschaft von den Sternen vorbestimmt ist.»

(sf/agenturen/halp;schubeca)