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International

Deutsche U-Boote für Israel «sehr wichtig»

Dienstag, 5. Juni 2012, 4:39 Uhr

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die von Deutschland gelieferten U-Boote in einem Interview als «sehr wichtig» für die Sicherheit seines Landes bezeichnet. Der «Spiegel» hat jüngst aufgedeckt, dass Israel die U-Boote mit Atomsprengköpfen bestücken will.

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«Deutschland hat das Bekenntnis zu Israels Sicherheit gerade durch den Verkauf eines weiteren U-Boots zum Ausdruck gebracht», sagte Netanjahu der «Bild»-Zeitung. «Das ist eine sehr wichtige Ergänzung unserer nationalen Sicherheit.»

Die seit langem bekannte Lieferung deutscher U-Boote der «Dolphin»-Klasse hatte in den vergangenen Tagen für Aufregung gesorgt. Der «Spiegel» hatte über neue Belege dafür berichtet, dass die israelische Marine die Boote nach Erhalt mit Atomwaffen bestücke. Die deutsche Opposition forderte Aufklärung und warf der Bundesregierung vor, an den Waffenlieferungen festzuhalten, obwohl die israelische Regierung wenig kompromissbereit in der Palästinenserfrage sei.

Inoffizielle Atommacht

Offensichtlich gibt es vonseiten der deutschen Regierung aber keine Einschränkungen, was die spätere Bewaffnung der U-Boote angeht. «Ich kann solche Vorbehalte nicht bestätigen», sagte ein Regierungssprecher in Berlin. Man wolle sich aber nicht an Spekulationen über eine solche Ausrüstung beteiligen.

Israel hat offiziell nie bestätigt oder dementiert, Atommacht zu sein. Laut dem jüngsten Jahresbericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri verfügt es über 80 nukleare Sprengköpfe.

Auch Netanjahu ging nicht auf die angeblich atomare Bewaffnung der U-Boote ein. Das Land werde niemals andere Nationen bitten, für Israel zu kämpfen, sagte er. «Es ist eine grosse Errungenschaft des jüdischen Staates, dass wir uns gegen jede Bedrohung selber verteidigen können.» Er wisse Deutschlands Sorge um Israels Sicherheit zu schätzen, so der Regierungschef. «Ich halte es aber mit Churchill: Gebt uns die Werkzeuge, dann schaffen wir es schon selbst, uns zu wehren.»

Ausstattung der U-Boote ist Israels Sache

Nach Ansicht des aussenpolitischen Sprechers der CDU/CSU-Fraktion im deutschen Bundestag, Philipp Missfelder, stellt eine mögliche atomare Bewaffnung die Lieferung der U-Boote nicht infrage. «Die endgültige Entscheidung, wie die U-Boote ausgestattet werden, trifft nicht die Bundesregierung, sondern allein die israelische Regierung. Das haben wir zu respektieren», sagte er der «Süddeutschen Zeitung».

Die drei aus Deutschland bereits gelieferten U-Boote werden nach Recherchen des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» in Israel mit nuklear bestückten Marschflugkörpern ausgerüstet. Drei weitere von den Howaldtswerken-Deutsche Werft in Kiel gebaute Schiffe sollen bis 2017 übergeben werden.

(dpa/buet;vaid)