Kultur
Hinter diesem Renoir steckt ein weiterer Renoir
Kleine Sensation im Kunstmuseum Basel. Ein Gemälde Pierre-Auguste Renoirs zeigt auf den ersten Blick das Porträt einer Dame. Auf den zweiten Blick birgt es noch ein weiteres Bild. Für das Museum gleicht diese Entdeckung einer Sensation.
Zu erkennen ist ein Landschaftsbild. Restauratorin Sophie Eichner entdeckte dieses, als sie das Bild Millimeter für Millimeter absuchte. Ihr fiel ein grünlicher Schimmer unter der Oberfläche auf.
Der Künstler
Pierre-Auguste Renoir (1841-1919) ist ein französischer Maler, der mit anderen Künstlern zusammen den Impressionismus begründet hat. Schon früh begann Renoir mit der Malerei, begann mit 13 Jahren eine Lehre als Porzellanmaler. Von 1861 bis 1854 bekam Renoir Unterricht vom Schweizer Maler Charles Gleyre.
In den späten 1890er-Jahren erkrankte Renoir an Rheumatoider Arthritis. 1919 verstarb er im Alter von 78 Jahren. Hinterlassen hat er unzählige Landschaftsbilder und Porträts.
Das Bild entstand 1866, als Renoir noch wenig vermögend war. Womöglich war der Engpass auch der Grund, warum er sich keine weitere Leinwand leistete und stattdessen eine andere übermalte. Gemäss dem Museum ist es das erste Mal, dass Renoir eine solche Zweitverwendung nachzuweisen ist.
So zeigt die Ausstellung in Basel indirekt ein Gemälde mehr als geplant. Nicht nur die Schwester seiner Geliebten, Lise Tréhot (1848-1922), sondern auch eine Gegend Südfrankreichs – auch wenn diese mit blossem Auge nicht zu erkennen ist.
Geliebte als Modell
Lise Tréhot war nicht nur Renoirs Geliebte. Sie stand dem Künstler auch mehrmals Modell. Die beiden waren während sieben Jahren ein Paar. Aus dieser Liaison gingen zwei Kinder hervor.
(sf/mery;horm)



