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International

Auf der Suche nach einem besseren Leben in der EU

Montag, 4. Juni 2012, 21:02 Uhr

Zwischen 100'000 und 150'000 Flüchtlinge und andere Migranten haben seit 2006 jährlich die griechische Grenze illegal überquert. Sie kommen ohne Papiere und suchen Schutz vor Krieg und Verfolgung oder auch nur Arbeit und ein besseres Leben in Europa.

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Griechenland als das Tor der Hoffnung (10vor10, 04.06.2012)
Bild Grenzwächter auf Monitore schauend.
Frontex-Grenzwächter versuchen mit allen Mitteln die EU-Aussengrenze zur Türkei zu bewachen. keystone

Seit 2010 kommen diese Migranten vor allem via Türkei nach Griechenland. Allein letztes Jahr überquerten 56'000 die türkisch-griechische Grenze. Und die Zahlen nehmen weiter zu: In den ersten vier Monaten dieses Jahres kamen 30 Prozent mehr auf diesem Weg als letztes Jahr in den ersten vier Monaten. 

Griechenland bildet die Aussengrenze zur EU. Das Land, selber in der Krise, ist nicht in der Lage, seine 15'000 Kilometer lange Aussengrenze effektiv zu schützen. Zudem weiss Athen nicht, wie mit dem Ansturm der Migranten umzugehen. 

Schlepper schlagen und drohen

Die Reportage von «10vor10» aus der Grenzregion zeigt, wie und warum die Menschen den Weg über die türkisch-griechische Grenze suchen. Wie sie dabei Opfer von skrupellosen Schleppern werden.

Ein Bengale erzählt, wie türkische Schlepper mit Schlägen und Drohungen immer mehr Geld erpressen. «Sie haben uns in Istanbul in einen Raum gesperrt. Sie wollten mehr Geld. Als wir nicht bezahlen wollten, schlugen sie uns und gaben uns tagelang nichts zu essen, bis wir es irgendwie schafften, bei uns zu Hause noch einmal 2000 Dollar pro Kopf aufzutreiben.»

Griechische Polizei machtlos

Polizeispezialisten aus der EU, die sogenannte Frontex, versucht, Griechenland zu unterstützen. Pietro Cau, deutscher Offizier bei der internationalen Einsatzeinheit, sieht wenig Handlungsmöglichkeiten, solange auf politischer Ebene nichts passiert. 

Der griechische Polizeichef Girogos Salamangas muss aber machtlos mit ansehen, wie jede Nacht dutzende den Fluss überqueren. Salamangas sagt: «Seit die Türkei 2010 ihre Visumspolitik geändert hat, und Manschen aus allen Ländern Visa erteilt, gleicht unser Kampf einer Sisyphusarbeit. Wir können nichts anderes tun, als an die Türken zu appellieren, auf ihrer Seite gegen die Schlepper und gegen die illegale Grenzüberquerung vorzugehen. Doch meistens passiert leider gar nichts.»

Viele der alten Männer, die im Grenzdorf Nea Vissa leben, sprechen Deutsch. Sie kennen die Emigration aus eigener Erfahrung. Und sie haben Mitleid mit den jungen Männern, die in Griechenland weder Arbeit finden werden, noch die Möglichkeit haben werden, in andere EU-Länder auszureisen. Cafe-Besitzer Christos aus Nea Vissa erklärt, er werde die rechtsradikale Partei «Goldene Morgenröte» wählen. Denn er glaubt: «Nur sie können uns helfen.»

(sf/gosa/horm; mery)