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Vermischtes

Servus Hallstatt in der Provinz Guangdong

Samstag, 2. Juni 2012, 11:50 Uhr, Aktualisiert 12:12 Uhr

Wären da nicht der schmutzige Fluss, der herumliegende Dreck und die subtropischen Temperaturen, man würde sich fast wie im Salzkammergut fühlen. Seit heute gibt es das 900-Seelen-Dorf Hallstatt offiziell zwei Mal auf dieser Welt: in Österreich und in der südchinesischen Provinz Guangdong.

Die Baufirma Minmetals Land baute in der subtropischen Provinz Guangdong die 900-Einwohner-Gemeinde mit Kirchturm, Dorfplatz, pastellfarbenen Häusern und Engelsstatuen nach. Das Original, Hallstatt im Salzkammergut, gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Chinesen versprechen sich davon Touristen und Privatinvestoren anzuziehen.

Nicht nur eitler Sonnenschein

Zur Einweihung der neu errichteten Wohnanlage für wohlhabende Chinesen war auch eine Delegation aus Österreich angereist. Der Hallstätter Bürgermeister Alexander Scheutz unterzeichnete ein Abkommen über kulturellen Austausch und sagte, er sei «sehr stolz», dass sein Dorf in China nachgebaut wurde. Andere Hallstätter sahen die Kopie am anderen Ende der Welt kritischer.

«Sie hätten die Besitzer der Hotels und der anderen Gebäude fragen sollen, ob sie mit der Nachbildung von Hallstatt in China einverstanden sind. Aber das haben sie nicht getan», sagte Hotel-Betreiberin Monika Wenger vor der Eröffnungszeremonie. «Das ist das Problem, das wir mit diesem Projekt hier haben.»

Selbst einige chinesische Anwohner waren angesichts des Alpenidylls in Südchina skeptisch. «Chinesische Architektur ist sehr charakteristisch und stilvoll», sagte Zhong Ping. «Man sollte einfach in seinem eigenen Stil bauen. Warum müssen wir andere kopieren? Selbst die Blumen sind falsch, das sehe ich auf den ersten Blick.»

(sda/hues; frua)