Kultur
Elvis Presley: Auch als Soldat ein Star
Er war wohl der berühmteste US-Soldat: Obwohl bereits Plattenmillionär entschied sich Elvis Presley in den 1950er-Jahren für den Militärdienst in Deutschland. Eine Ausstellung widmet sich nun dieser Station im Leben des King of Rock'n'Roll.
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Am 1. Oktober 1958 kam Elvis Presley nach Deutschland. Nicht als millionenschwerer Musiker, nicht als King of Rock'n'Roll, sondern als Soldat der US-Army. Trotzdem versetzte er bei seiner Ankunft vor allem Teenager in Ekstase.
17 Monate blieb Presley in Bayern. In dieser Zeit lernte er auch seine zukünftige Ehefrau Priscilla – die Stieftochter eines Vorgesetzten kennen. Auch zahlreiche wahre Legenden haben sich um ihn gebildet, die eine Ausstellung im bayerischen Burglengenfeld zeigen möchte.
Elvis verärgerte Näherinnen
«Überall wollen die Menschen Elvis in dieser Zeit gesehen haben und viele erzählen die unglaublichen Geschichten», erzählt die Leiterin des Oberpfälzer Volkskundemuseums, Margit Berwing-Wittl. So soll Elvis während eines Truppenstopps in einem bayerischen Dorf von zwei Mädchen namens Lisa und Marie derart begeistert gewesen sein, dass er seine spätere Tochter Lisa Marie nannte. «Beweisen lassen sich diese Geschichten natürlich nicht. Aber sie machen den Mythos Elvis deutlich, der noch immer in Deutschland lebt.»
Reporter aus der ganzen Welt waren ebenfalls nach Deutschland gereist, um «Private Presley» zu Gesicht zu bekommen. Doch meist ohne Erfolg. Denn sein Aufenthaltsort blieb stets geheim. Einzig ein Lokalreporter erwischte den Star in einem Gasthof. Zahlreiche Fotografien zeigen einen gelösten und strahlenden Presley.
Bei diesen ungewollten Auftritten verschaffte Elvis auch den Näherinnen der US-Armee zusätzliche Arbeit, weil ihm immer wieder die Armeeabzeichen von der Jacke gerissen wurden. «Die Näherinnen waren das tägliche Flicken leid und gaben ihm einen Packen Armeeabzeichen mit, die er den Fans dann geben konnte», so die Museumsleiterin. Dass es sich dabei um französische Abzeichen – «Toujours Prêt» (Allzeit bereit) – merkten die jungen Frauen erst später.
Reliquien für Fans
In der Sonderausstellung «Elvis Presley – gut getarnt in der Oberpfalz» werden mehr als 500 Exponate gezeigt. Die meisten Stücke kommen aus privaten Sammlungen. Vor allem die skurrilen Erinnerungsstücke stechen dabei ins Auge. So steht etwa eine angebrannte Vinylplatte in einer Vitrine.
Ausserdem sind Karten für Konzerte zu sehen, die drei Monate nach Elvis' Tod geplant waren. «Die Fans bewahren sie auf wie eine Reliquie». Die Ausstellung ist bis zum 19. August zu sehen – sie umschliesst damit den 35. Todestag des King of Rock'n'Roll am 16. August.
(dpa/mery;godc)



