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International

Sparwillige Konservative überholen Linke in Griechenland

Mittwoch, 30. Mai 2012, 9:36 Uhr

Knapp drei Wochen vor den Neuwahlen in Griechenland zeichnet sich ein dramatisches Rennen zwischen der radikalen Linken (Syriza) und der konservativen Nea Dimokratia (ND) ab. Aktuell liegt die sparwillige ND wieder vorne.

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Ergebnisse nach Parlamentswahl und Umfragen Nea Dimokratia, Syriza und Pasok: nach der Parlamentswahl am 6. Mai und gemäss Umfragen vom Meinungsforschungsinstitut Marc (10. und 18. Mai) und dem TV-Sender Skai (25. Mai) sowie dem Meinungsforschungsinstitut GPO (29. Mai). Quelle: marc/skai/gpo

Mit 23,4 Prozent liegt die ND leicht vor dem Syriza-Bündnis (22,1 Prozent). Das meldete der griechische Fernsehsender Mega am späten Dienstagabend.

Die Sozialisten der Pasok bleiben drittstärkste Kraft mit 13,5 Prozent. Keine Partei hat die Chance auf eine Alleinregierung. Die Pasok könnte aber den Konservativen zur Mehrheit im Parlament verhelfen.

80 Prozent der Befragten wollen in EU bleiben

Die Mehrheit der Befragten (56,6 Prozent) glaubt, dass die Konservativen gewinnen werden. Nur 33,6 Prozent sind der Ansicht, die Radikallinken hätten ein Chance dazu. Mehr als 80 Prozent wollen, dass Griechenland «um jeden Preis» im Euroland bleibt.

Bank warnt vor Austritt aus Euro-Zone

Ein drastischer Rückgang des Lebensstandards, die Halbierung der Einkommen und ein explosionsartiger Anstieg von Arbeitslosigkeit und Inflation: Mit derart düsteren Prognosen warnt die National Bank of Greece vor einem Austritt aus der Euro-Zone. Das Pro-Kopf-Einkommen würde um 55 Prozent sinken, die neue Währung gegenüber dem Euro um 65 Prozent an Wert verlieren und die seit fünf Jahren andauernde Rezession um 22 Prozent anziehen, schrieb die grösste griechische Bank.

Die Neuwahl am 17. Juni ist nötig, weil die Zersplitterung der Parteienlandschaft nach der letzten Wahl keine regierungsfähige Mehrheit möglich gemacht hat. 47 Prozent der Befragten machen dafür den Chef der Linksradikalen, Alexis Tsipras, verantwortlich. Seine Radikallinken wollen das Sparprogramm einfrieren – egal, welche Folgen es für Griechenland haben würde.

Antonis Samaras würde Ministerpräsident

Am besten geeignet, das Land zu führen, ist nach Ansicht von 22 Prozent der Befragten der Chef der Konservativen, Antonis Samaras. 19,1 Prozent halten den Sozialisten Evangelos Venizelos für besser. Alexis Tsipras geniesst das Vertrauen von 19,1 Prozent der Bürger. Die meisten kleineren Parteien verlieren in den Umfragen Bedeutung.

 

Bild Antonis Samaras legt die Hand aufs Herz und lächelt.
Würde das Wahlresultat gemäss der aktuellen Umfrage ausfallen, würde Samaras neuer Ministerpräsident. keystone

(sda/dpa/buev;horm)