Vermischtes
Computervirus «Flame» gilt als neue Cyber-Waffe
Experten für IT-Sicherheit haben einen neuen, hochkomplexen Computer-Virus entdeckt. Die «Flame» getaufte Schadsoftware habe tausende Rechner vorwiegend im Nahen Osten befallen und sei seit bis zu fünf Jahren aktiv.
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Das teilte die auf Anti-Viren-Programme spezialisierten Firma Kaspersky Lab mit. Sollten sich die Angaben des russischen Unternehmens bestätigen, wäre Flame nach Stuxnet und Duqu die dritte entdeckte Cyber-Waffe, die im grossen Stil verbreitet wurde.
Viel mehr Code als «Stuxnet»
Die Experten von Kaspersky stehen bei der Entschlüsselung des Virus nach eigenen Angaben noch am Anfang. Flame habe 20 Mal mehr Code als «Stuxnet», mit dem iranische Anlagen zur Urananreicherung angegriffen und Zentrifugen zerstört wurden.
Eine iranische Agentur für Datensicherheit teilte über ihre Webseite mit, Flame habe eine «enge Verbindung» zu «Stuxnet» und sei möglicherweise für Cyberangriffe verantwortlich, die nach iranischen Angaben jüngst kürzlich für umfangreiche Datenverluste in einigen Computersystemen des Landes gesorgt hatten.
Kaspersky Lab über «Flame»
Die IT-Experten von Kaspersky haben in einer Mitteilung über den neu entdeckten Computervirus «Flame» die bisherigen Erkenntnisse zusammengetragen.
Ein krankhafter Tausendsassa
«Flame» könne laut Kaspersky Daten sammeln, die Einstellungen des befallenen Computers verändern, das Mikrofon einschalten, um Gespräche mitzuschneiden, Screen-Shots machen und Chat-Konversationen aufzeichnen. Betroffen seine bis zu 5000 Computer, vor allem von Unternehmen und Bildungseinrichtungen im Iran, Israel, in den Palästinensergebieten, im Sudan und Syrien. Über den möglichen Urheber der Schadsoftware wollte Kaspersky keine Angaben machen.
Der 2010 entdeckte «Stuxnet» war für Industrieprogramme entwickelt worden - damals ein Novum. Er hatte er vor allem Industrie-Anlagen wie Kraftwerke oder Chemiefabriken, auch in Deutschland, befallen.
Betroffen waren auch Kunden, die das Siemens-Steuerungssystem Simatic einsetzten. Allerdings hat Siemens zufolge keines der Unternehmen einen konkreten Schaden dadurch erlitten.
(agenturen/sf/halp; schl)






