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International

Afghanistan: Gasangriffe sollen Mädchen vom Schulbesuch abhalten

Sonntag, 27. Mai 2012, 16:56 Uhr

Bildung für Mädchen war und bleibt in Afghanistan brandgefährlich: Erneut wurde ein Giftgas-Anschlag auf eine Mädchenschule verübt. Rund 45 Schülerinnen mussten ins Spital gebracht werden.

Bild Mädchen in afghanischer Mädchenschule
Von Taliban und islamistischen Kreisen weiterhin nicht gerne gesehen und mit allen Methoden bekämpft: Mädchen beim Schulbesuch. reuters

Sie hätten giftiges Gas in ihrer Schule in der nordafghanischen Provinzhauptstadt Talokan eingeatmet, sagte ein Beamter des Bildungsministeriums in der Provinz Tachar. Er machte die Taliban dafür verantwortlich.

Terror gegen (Frauen)-Bildung

Es ist bereits der zweite Vorfall dieser Art an derselben Mädchenschule in dieser Woche – und der dritte in der Provinz in diesem Monat. Schon am Mittwoch hatten an der Mädchenschule 130 Schülerinnen und drei Lehrerinnen giftige Gase eingeatmet und waren anschliessend ins Spital gebracht worden.

Die Taliban wiesen die Anschuldigung in einer Mitteilung zurück und gaben den schwarzen Peter weiter: Die Regierung in Kabul und ausländische Streitkräfte seien für die Vorfälle verantwortlich.

Der afghanische Geheimdienst NDS hatte den Taliban kürzlich vorgeworfen, ihre Angriffe besonders auf Mädchenschulen ausgeweitet zu haben. Unter der Herrschaft der Taliban von 1996 bis 2001 war Mädchen der Schulbesuch verboten; auf Bildung für Frauen standen drastische Leibstrafen.

(dpa/falt; mery)