Schweiz
Bundesrat hat Euro-Notfallplan in der Schublade
Aus den südlichen Staaten Europas hagelt es täglich schlechte bis desaströse Wirtschaftsmeldungen. Mittlerweile wird laut über einen Euro-Austritt von Griechenland nachgedacht. Keine Panik – der Bundesrat habe sich darauf vorbereitet, wie Johann Schneider-Ammann gegenüber Schweizer Radio DRS sagte.
Die aktuelle Bankenmisere in Spanien als Fanal: Den südlichen Mitgliedstaaten der EU geht es wirtschaftlich schlecht und die Situation könnte sich noch verschärfen. Dies würde auch die Schweiz treffen.
Durchspielen von «Was wäre wenn»-Szenarien
Man höre bedenkliche Stimmen bezüglich der Wirtschaftslage, erklärte Bundesrat Johann Schneider-Ammann in der Samstagsrundschau von Schweizer Radio DRS. Die OECD spreche mittlerweile von einer schweren Rezession in den Südländern.
Auch in der Schweiz sei deshalb eine Arbeitsgruppe am Werk. Man überlege sich verschiedene Szenarien, so Schneider-Ammann weiter. Dabei stelle sich die Frage, «was wäre wenn?». Es gehe um die Frage, wie man marktstützend und arbeitsstützend eingreifen könnte, wenn zum Beispiel die Binnenwirtschaft betroffen wäre. Dazu gebe es auch «Papiere, die in der Schublade vorbereitet seien», erklärte Schneider-Ammann.
Schneider-Ammann zählt auf die Nationalbank
Doch nicht nur der Bundesrat ist gefordert, sondern auch die Nationalbank. Verschlechtert sich die Wirtschaftslage im EU-Raum weiter, könnte der Druck auf den Schweizer Franken wieder zunehmen, so Schneider-Ammann. Diese Gefahr bestehe, und sie würde sich bei einer «unkontrollierten Situation» vergrössern.
Dabei sei entscheidend, dass die Nationalbank die Untergrenze des Euro-Kurses von 1.20 Franken mit aller Konsequenz verteidige. «Das ist für mich gültig», betont der Bundesrat. Falls im EU-Raum die Finanz- und Wirtschaftssituation stabil bleibt, rechnet Johann-Schneider-Ammann für die Schweiz bis Ende Jahr mit einem Volkswirtschafts-Wachstum von einem knappen Prozent.
(drs/falt;mery)






