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International

Papst-Kammerdiener drohen 30 Jahre Haft

Samstag, 26. Mai 2012, 18:29 Uhr, Aktualisiert 20:43 Uhr

Der Vatikan hat im Enthüllungsskandal «Vatileaks» Ermittlungen gegen den Kammerdiener des Papstes eingeleitet. Der Beschuldigte sitzt in Untersuchungshaft.

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Ermittler haben den Kammerdiener des Papstes verhaftet (Tagesschau, 26.05.2012).

Dem Kammerdiener, namentlich Paolo Gabriele, wird ein «Anschlag auf die Sicherheit des Papstes» vorgeworfen. Gabriele habe unter anderem persönliche Briefe, die an den Heiligen Vater adressiert waren, weitergegeben. Das habe die Sicherheit des Vatikanstaats gefährdet, erklärte der Vatikansprecher Frederico Lombardi.

Hintergrund

In den vergangenen Monaten waren aus dem Vatikan vertrauliche Dokumente an die Medien gelangt. So wurden etwa interne Informationen über ein angebliches Mordkomplott gegen den Papst und das Finanzgebaren der Vatikanbank IOR bekannt.

Der Chef der Vatikanbank, Ettore Gotti Tedeschi, hat seinen Posten inzwischen räumen müssen. Lesen Sie mehr dazu hier.

Gabriele war seit 2006 der persönliche Diener Papst Benedikts und zählte zum engsten Kreis des päpstlichen Haushalts. In der Öffentlichkeit war er oft an der Seite des Papstes zu sehen, etwa wenn er diesen zu seinen Generalaudienzen begleitete oder versuchte, den Pontifex vor dem Regen zu schützen.

Entscheid dürfte sich hinziehen

Aus Kreisen um Benedikt heisst es, dass der Papst nach den neuesten Enthüllungen «schwer betroffen und bestürzt» sei. Die Zeitung «La Repubblica» ist gar der Meinung, dass Benedikts Pontifikat dadurch stark belastet werden könnte.

Die eingeleiteten Ermittlungen werden einige Zeit in Anspruch nehmen, sagte Sprecher Lombardi. «Man darf hier nicht in kurzen Fristen denken.» Gabriele werde alle juristischen Möglichkeiten bekommen, die in der vatikanischen Gerichtsbarkeit vorgesehen sind. «Der Beschuldigte hat zwei Anwälte seines Vertrauens benannt, die beim vatikanischen Gericht zugelassen sind. Und er hat die Möglichkeit, sie zu treffen», so Lombardi. Im Falle einer Verurteilung drohen Gabriele bis zu 30 Jahre Haft.

(sda/mery; muei)