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International

Betrugsversuche und Gewalt bei ägyptischen Wahlen

Donnerstag, 24. Mai 2012, 13:56 Uhr

Angriffe auf einen Kandidaten, Stimmenabgabe bündelweise, falsche Wahllisten, Schlägereien und Verletzte: Wahlbeobachter haben am ersten Tag der Präsidentenwahl in Ägypten 143 Verstösse gegen die Wahlordnung festgestellt.

Es habe Versuche gegeben, Wähler bei der Stimmabgabe zu beeinflussen, teilte das Netzwerk Beobachter ohne Grenzen in Kairo mit. Zudem sei der Wahlkampf entgegen den Vorschriften weitergeführt worden. In Wahllokalen für Frauen sei versucht worden, Stimmen gleich bündelweise abzugeben. Ausserdem hätten die unabhängigen ägyptischen Beobachter fehlerhafte Wählerlisten vorgefunden. Vor allem in den Grossstädten Kairo und Alexandria seien Unregelmässigkeiten festgestellt worden.

Präsidentschaftswahlen in Ägypten (10vor10, 24.05.2012)

Gewaltniveau tiefer als früher

Die Präsidentenwahl begann am Mittwoch und endet am Donnerstagabend. Zwölf Kandidaten stellen sich den 52 Millionen wahlberechtigten Ägyptern zur Wahl, um die Nachfolge des im Februar 2011 gestürzten Langzeitherrschers Hosni Mubarak anzutreten. Ein Bewerber hatte seine Kandidatur zurückgezogen.

Bild Frau bei der Stimmabgabe.
143 Verstösse wurden am ersten Tag registriert. reuters

Mit Ergebnissen wird frühestens am Samstag gerechnet. Ein Sieger wird allerdings in diesem Wahlgang nicht erwartet. Da keiner der Kandidaten auf Anhieb 50 Prozent der Stimmen erreichen dürfte, kommt es voraussichtlich Mitte Juni zu einer Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten.

Am ersten Wahltag kam es vor einigen Wahllokalen auch zu Schlägereien zwischen den Anhängern verschiedener Kandidaten. Insgesamt zählten die Behörden nach Angaben der staatlichen Medien 28 Verletzte, was allerdings deutlich unter dem Gewaltniveau früherer Wahlen in Ägypten liegt. Der säkulare Kandidat Ahmed Schafik, zugleich Mubaraks letzter Ministerpräsident, wurde bei der Stimmabgabe von einer Menge mit Schuhen beworfen. Er blieb nach Angaben seines Wahlkampfstabes unverletzt.

(dpa/fasc; mery)