International
Atomstreit: Neue Gespräche mit dem Iran vereinbart
Bei den Atomgesprächen zwischen dem Iran und einer internationalen Delegation blieben die Fronten verhärtet. Zwar konnte bislang keine Einigung erzielt werden, doch die Bereitschaft miteinander zu reden, ist da. So haben sich die Beteiligten darauf geeinigt, sich im Juni nochmals zu treffen.
Die Verhandlungen sollen am 18. Juni in Moskau fortgesetzt werden. «Es ist klar, dass beide Seiten Fortschritte wollen», meinte die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton in Bagdad nach zweitägigen Gesprächen.
Diese waren von Widersprüchlichkeiten geprägt. Während Ashtons Sprecher Michael Mann sagte, dass sich beide Parteien bei den Gesprächen in Bagdad vorwärts bewegen würden. «Wir machen Fortschritte. Wir sprechen miteinander.» Es sei aber noch nicht klar, wie genau die Verhandlungen über das umstrittene iranische Atomprogramm fortgesetzt würden. Seitens der iranischen Delegation aber seien die Verhandlungen zeitweise kurz vor dem Scheitern gestanden.
Ein iranischer Sprecher stellte die Verhandlungen gar indirekt infrage: Es werde derzeit darüber diskutiert, wie und ob überhaupt die Gespräche fortgesetzt werden sollen. Die Forderung des Irans, das Recht des Landes auf ein ziviles Atomprogramm anzuerkennen, sei in Bagdad nicht wie von Teheran erwartet berücksichtigt worden.
Auch warf der Iran den Weltmächten vor, eine «schwierige Atmosphäre» geschaffen zu haben. «Sie kamen nach Bagdad, ohne ein klares Mandat zu haben», sagte ein iranisches Delegationsmitglied. Vor allem die USA zeigten in den Augen des Irans keinen Willen, sich einigen zu wollen.
Teheran dementiert Atomwaffen-Programm
Vertreter der 5+1-Gruppe (die fünf UNO-Vetomächte China, Frankreich, Grossbritannien, Russland und die USA sowie Deutschland) hatten in Bagdad einen Lösungsvorschlag auf den Tisch gelegt, der den Iran von der umstrittenen Urananreicherung auf 20 Prozent abbringen soll. Einzelheiten wollte die Delegation, die von EU-Aussenbeauftragen Catherine Ashton geleitet wird, keine nennen.
Eine Anreicherung auf 20 Prozent reicht nicht für Atomwaffen, dafür wären mehr als 80 Prozent nötig. Höher angereichertes Uran ist aber ein grosser Schritt in diese Richtung. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an Atomwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran bestreitet das. Israel hat mehrfach indirekt mit Militärschlägen gegen iranische Atomanlagen gedroht.
(dpa/buet/mery;fasc)







