Wirtschaft
«Zu billig»: USA belegen chinesische Solarimporte mit Zöllen
Im Kampf gegen billige Solarzellen-Importe aus China haben Hersteller aus den USA einen Etappensieg errungen. Das US-Handelsministerium belegte chinesische Produkte wegen Preisdumpings mit hohen Strafzöllen.
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Konkret setzte das US-Handelsministerium den Abgabensatz für Einfuhren der Spitzenexporteure Chinas, Suntech Power Holdings und Trina Solar, mit rund 31 Prozent fest. Dem Vernehmen nach kommen Unternehmen, die mit dem Ministerium kooperieren, noch mit vergleichsweise niedrigen Zöllen davon; für andere gleicht ein Zoll von 250 Prozent einem Einfuhrverbot.
Chinesische Unternehmen böten wegen staatlicher Subventionen ihre Produkte unter den Herstellungskosten an, hiess es zur Begründung. Die Zölle gelten ab sofort und für Solarzellen, die vor bis zu drei Monaten hergestellt wurden.
China bezeichnet den Schritt als unfair
Das chinesische Handelsministerium verurteilte den Schritt als unfair. Die USA provozierten Spannungen im Bereich der Ökostromerzeugung und lieferten ein negatives Beispiel für Protektionismus. Die chinesischen Solaranbieter haben einen Weltmarktanteil von über 60 Prozent.
Auch der Vertriebschef des grössten chinesischen Solarunternehmens Suntech kritisierte den Entscheid. Er spiegle nicht die Realität des hohen Wettbewerbs in der Industrie wider, sagte Andrew Beebe. Er kündigte an, eng mit dem US-Handelsministerium zusammenarbeiten zu wollen, um der Behörde zu beweisen, dass die Zölle nicht gerechtfertigt seien.
Harter Preiskampf in der Branche
Der deutsche Solarworld-Konzern, der die Klage zusammen mit einigen US-Unternehmen in den Vereinigten Staaten ins Rollen gebracht hatte, begrüsste das Ergebnis. Solarworld betreibt eine grosse Produktion in Hillsboro im US-Bundesstaat Oregon. Das Urteil aus den USA sei ein «Signal an Europa, wo vergleichbare Massnahmen greifen müssen», sagte Unternehmenschef Frank Asbeck.
Der weltweit tobende Preiskampf in der Branche sorgt für rote Zahlen und Pleiten. In den USA mussten Evergreen und Solyndra Insolvenz anmelden; in Deutschland Solon, Solar Millennium und zuletzt auch Solarhybrid und Q-Cells.
Auch Schweizer Solaranbieter kämpfen
Auch die Schweizer Solarindustrie steht im Gegenwind: Der Produktionsanlagen-Hersteller Meyer Burger verzeichnete letztes Jahr 35,8 Prozent weniger Reingewinn als noch 2010. Die Thuner Firma kündigte deshalb im März an, rund 450 Stellen zu streichen. Auch für 2012 prognostizierte Meyer-Burger-Chef Peter Pauli einen Umsatzrückgang. Zudem erwartete er, dass die Überkapazitäten in der Solarindustrie die Marge drastisch drücken würden.
Der Kabelhersteller Huber + Suhner musste 2011 im Hauptmarkt Industrie, in dem das Geschäft mit der Solarindustrie sowie die Produkte für die Raumfahrt oder den Apparatebau zusammengefasst sind, einen Umsatzrückgang von 6 Prozent hinnehmen. Der Konzern führte dies nebst dem starken Franken auf den markanten Preiszerfall im Solarmarkt zurück.
Anfang März hatte zudem der Technologiekonzern Oerlikon angekündigt, seine einstigen Hoffnungssparte Solar an die japanische Tokyo Electron zu verkaufen.
(sda/buev;godc)



