Vermischtes
Basel feiert bis in den frühen Morgen
Der Fussball-Cupfinal in Bern ist am späten Mittwochabend ohne grössere Zwischenfälle zu Ende gegangen. Der Sieger hiess, wie so oft diese Saison, Basel. Auf dem «Barfi» stieg noch in der Nacht eine rauschende Cup-Party.
Bei Temperaturen von knapp über null Grad feierten tausende Basler Fans auf dem Barfüsserplatz ihr Siegerteam.
Spieler auf dem Balkon
Und um exakt 02.31 Uhr war es dann soweit: Spieler betraten den Balkon des Basler Stadtcasinos und stimmten in die Party mit ein. Der «Barfi» war absolut voll, die Pyros tauchten die Szenerie in gleissend rotes Licht und Schlachtrufe und -gesänge hallten durch die Strassen und Gassen der Stadt.
Die Basler Fans hatten die Heimreise aus Bern zuvor in sechs Extrazügen ab der S-BahnStation Wankdorf angetreten. Für die Luzerner Anhänger standen vier Extrazüge in Ostermundigen bereit.
Tausende Fussballfans aus Basel und Luzern hatten die Berner Innenstadt am Mittwoch in Cupfinal-Stimmung versetzt. Die Stimmung war ausgelassen und ausgesprochen bierselig. Allen Unkenrufen zum Trotz verliefen die Fanmärsche zum Stadion weitgehend friedlich.
«Es ist ein Volksfest»
Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause zog am Abend eine «vorsichtig positive Bilanz». Das Sicherheitskonzept habe funktioniert, die Fanlager seien getrennt geblieben. Allerdings seien «die üblichen Begleiterscheinungen» wie Knallpetarden und Abfallberge auf den Strassen nicht ausgeblieben. Der Grossanlass mit insgesamt 30'100 Zuschauern im Stade de Suisse verlief auch nach Angaben der Kantonspolizei ohne grösseren Zwischenfälle.
«Es ist ein Volksfest, wie wir uns das alle erhofft haben», beschrieb Sprecher Michael Fichter die Szenerie rund ums Stadion vor dem Anpfiff. Einige Scharmützel gab es trotzdem. Ein Basler Fan musste nach einer Auseinandersetzung hospitalisiert werden, ein Mann wurde angehalten. Ein Basler, der Pyrotechnik auf sich trug, muss mit einer Anzeige rechnen. Eine Schlägerei in Stadionnähe forderte zwei Verletzte.
Party auf dem Bärenplatz
Cupfinal-Stimmung war in Bern bereits kurz nach 15 Uhr aufgekommen, als der erste Extrazug aus Luzern den Hauptbahnhof erreichte. Rund 1000 Fans aus der Innerschweiz machten sich auf Richtung Bärenplatz, wo sie mit vielen Gleichgesinnten eine fröhliche Party feierten. Auch FCL-Präsident Walter Stierli war vor Ort. Gleich nebenan auf dem Waisenhausplatz begannen sich Fans des FC Basel zu versammeln. Die Polizei stand mit einem Grossaufgebot im Einsatz, brauchte aber nicht einzuschreiten.
Gegen 17.20 Uhr setzten sich die Luzerner Fans in Bewegung, um via Altstadt und Bärenpark zum Stade de Suisse zu gelangen. Bahnkunden brauchten Geduld Starke Beeinträchtigungen mussten die übrigen Bahnkunden ab 18 Uhr hinnehmen, als zwei Extrazüge aus Basel im Hauptbahnhof eintrafen. Teile des Bahnhofs wurden vorübergehend abgesperrt. Das habe sich als richtige Massnahme erwiesen, stellte SBB-Sprecher Christian Ginsig fest.
Extrazüge
Denn an ein Durchkommen wäre für Nicht-Fussballfans sowieso nicht zu denken gewesen. Die Reisenden mussten einen Umweg via «Welle» den Hinterausgang des Bahnhofs - in Kauf nehmen. Die allermeisten Bahnkunden seien aber über die etwa halbstündige Sperrung informiert gewesen, sagte Ginsig. Auch der Basler Fanmarsch via Kornhausplatz ins Breitenrainquartier verlief weitgehend reibungslos.
Kurz nach 19 Uhr hatten die FCB-Anhänger das Stadion erreicht. Zwei Extrazüge aus Basel waren direkt bis zur S-Bahn-Station Wankdorf gefahren, zwei weitere aus Luzern hatten die Fans ins nahe Ostermundigen gebracht. SBB und Behörden hatten eigentlich gar keine Extrazüge bis zum Bahnhof fahren lassen wollen, doch setzten sich die Fans mit dem Wunsch nach einem Fanmarsch durch. Nach Spielschluss verkehrten alle Extrazüge ab Wankdorf oder Ostermundigen. In der Innenstadt blieb es dementsprechend ruhig.
Rückkehr nach Bern
Der traditionsreiche Schweizer Cupfinal kehrte nach mehrjährigem Unterbruch in die Bundesstadt zurück. Früher wurde er stets in Bern ausgetragen. Fanmärsche waren in früheren Jahrzehnten ebenso üblich wie das Abfeuern von Pyros und Petarden, ohne dass sich viele Leute daran gestört hatten.
Nach gewalttätigen Zwischenfällen und Scharmützeln in den letzten Jahren waren die Fanmärsche aber in Verruf geraten.
(sf/sda/halp)



