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International

Syrien: Töten geht trotz UNO-Präsenz weiter

Mittwoch, 16. Mai 2012, 10:13 Uhr

Der gestrige Tag in Syrien war besonders blutig. 79 Menschen sollen getötet worden sein. Die meisten von ihnen in der Provinz Idlib und in der Nähe der Stadt Hama. Dort halten sich derzeit mehrere unbewaffnete Militärbeobachter der UNO auf.

Die Gewalt ist auch in der Nacht und am Morgen weiter gegangen: In Idlib waren laut der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter (Syrian Observatory for Human Rights) immer wieder Schusswechsel zu hören.

In der Stadt Daraa soll zudem ein Lager für vertriebene Palästinenser beschossen worden sein. Mindestens 4 Menschen kamen dabei ums Leben, darunter ein Kind. Das Camp gerät seit Monaten immer wieder zwischen die Fronten von sich bekämpfenden Regimegegnern und Regierungstruppen.

Bild Ein Mädchen geht auf einer Strasse in Homs an bewaffneten Rebellen vorbei. (keystone)
Unbewaffnet und unbeschützt zwischen den Fronten: Kinder in den umkämpften syrischen Städten, wie hier in Homs. keystone

Nach Informationen des Nachrichtensenders Al-Arabija ist die Zahl der unbewaffneten Militärbeobachter, die im Auftrag der UNO in Syrien die vereinbarte Waffenruhe überwachen sollen, inzwischen auf 189 angewachsen. Die Beobachter kommen laut Al-Arabija aus 35 Staaten, mit grösseren Kontingenten aus Russland, China, Jordanien und dem Jemen.

Die syrische Nachrichtenagentur Sana meldete unterdessen die Festnahme von 3 «Terroristen», deren «Geständnisse» das staatliche Fernsehen ausgestrahlt hatte. Zwei der Festgenommenen stammen angeblich aus Tunesien, einer aus Libyen. Sie sollen in Koordination mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida und den Deserteuren der Freien Syrischen Armee über die Türkei illegal nach Syrien eingedrungen sein, um gegen das Regime zu kämpfen.

(dpa/afp/schubeca;horm)