International
Griechen müssen neues Parlament wählen
In Griechenland ist der letzte Versuch zur Regierungsbildung gescheitert. Damit steht das hochverschuldete Euro-Land nur wenige Wochen nach der letzten Parlamentswahl vor Neuwahlen.
Es wird befürchtet, dass aus den Neuwahlen die Gegner der Sparauflagen von EU und IWF noch stärker hervorgehen könnten. Damit wachsen die Sorgen, dass das Land auf dem direkten Weg in den Bankrott ist und die Euro-Zone verlässt.
Euro fällt auf 4-Monats-Tief
Der Kurs des Euro ist nach ersten Meldungen über Neuwahlen im schwer angeschlagenen Euroland Griechenland kräftig abgerutscht. Mit der Bestätigung von Neuwahlen fiel die Gemeinschaftswährung im Nachmittagshandel unter die Marke von 1,28 US-Dollar auf 1,2769 Dollar. Damit erreichte der Euro den tiefsten Stand seit Mitte Januar. Auch die Märkte reagierten mit einem Kurssturz auf die Nachrichten aus Griechenland. Lesen Sie hier mehr dazu.
Bis zu den Neuwahlen wird Griechenland von einer Übergangsregierung geführt. Für Mittwoch sei eine Sitzung zu den Formalitäten für die Bildung der Interimsregierung geplant, hiess es nach einem Krisentreffen mit Staatspräsident Karolos Papoulias in Athen. Dann soll auch der genaue Wahltermin mitgeteilt werden. Als wahrscheinliches Datum für die Wahlen gilt der 17. Juni.
Alle Versuche, eine Regierung zu bilden, waren nach den Parlamentswahlen am 6. Mai gescheitert. Damals war die linksradikale Syriza von Alexis Tsipras als zweitstärkste Kraft hervorgegangen. Tsipras' Partei will das Sparprogramm des pleitebedrohten Landes auf Eis legen.
Sozialistenchef Evangelos Venizelos sprach nach dem Krisentreffen von «schlimmen Bedingungen» für Neuwahlen. Einige stellten die Parteiinteressen über das Wohl des Landes, sagte er, ohne Namen zu nennen.
435 Millionen Euro für Gläubiger
Griechenland wird einem Agenturbericht zufolge 435 Millionen Euro an internationale Gläubiger auszahlen. Eine griechische Staatsanleihe wird fällig, die vor zehn Jahren unter britischem Recht aufgelegt wurde. Demnach wird Athen die Schulden begleichen.
Allerdings stelle die Auszahlung keine Sicherheit für Gläubiger der restlichen Anleihen unter internationalem Recht dar, an ihr Geld zu kommen, hiess es. Insgesamt sind Staatspapiere im Volumen von mehr als sechs Milliarden Euro betroffen.
(agenturen/schubeca/bers; buet)



