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International

Merkel will kein Wachstum auf Pump

Donnerstag, 10. Mai 2012, 11:08 Uhr, Aktualisiert 14:43 Uhr

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei der Bewältigung der europäischen Schuldenkrise in Europa Geduld angemahnt. Sie warnte dabei auch nachdrücklich vor Wachstumsimpulsen, die durch neue Schulden finanziert werden.

Der Weg aus der Staatsschuldenkrise ist laut Bundeskanzlerin Merkel ein langer und anstrengender Prozess. (Tagesschau, 10.05.2012, 12.45 Uhr)

Sinnvoll sei dagegen ein Wachstum durch Strukturreformen. Der «lange, anstrengende Prozess» zur Lösung der Euro-Krise müsse beibehalten werden. Es müsse die «horrende Verschuldung» einiger Euro-Staaten abgebaut und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden.

«Wachstum auf Pump würde uns genau an den Anfang der Krise zurückwerfen.»
Bundeskanzlerin Angela Merkel

Die Überwindung der Staatsschuldenkrise in Europa werde nicht über Nacht erfolgen, auch nicht mit einem Paukenschlag. Es gebe auch nicht den einen Königsweg, sagte Merkel zu den bevorstehenden G8- und Nato-Gipfeln.

«Kein Land der Welt kann die grossen Herausforderungen unserer Zeit tatsächlich allein lösen», sagte Merkel weiter. Sie bezog sich dabei auf das Treffen der G8-Länder sowie den anschliessenden Nato-Gipfel in der kommenden Woche in den USA.

Zusammenarbeit mit Russland

Zum Nato-Gipfel sagte die Kanzlerin, das Engagement für Afghanistan werde auch nach dem Truppenabzug 2014 fortgesetzt. Dort seien «wichtige Ziele» erreicht worden, auch wenn es immer wieder Rückschläge gegeben habe.

Die Nato werde sich auch auf den weiteren Aufbau eines Raketenabwehrsystems verständigen. Die dabei angebotene Zusammenarbeit mit Russland sei ein «qualitativ neues Kapitel» in den Beziehungen der Allianz zu Moskau. Deutschland habe ein «elementares Interesse» daran, dies zum Erfolg zu führen.

(agenturen/hesa; bers)