International
Syrien: UNO-Beobachter unter Beschuss – Wahlergebnis weiter unklar
Die internationalen Beobachter der UNO sind in Syrien nur knapp einem Anschlag entgangen. In der Nähe ihres Wagen-Konvois explodierte ein Sprengsatz. Verletzt wurden sechs Soldaten in Fahrzeugen der begleitenden syrischen Armee. Von Waffenstillstand in Syrien kann keine Rede sein.
Ein Fotograf berichtete, dass der vermutlich vergrabene Sprengsatz detonierte, als die vier UNO-Fahrzeuge in die Stadt Daraa einfuhren. In den Fahrzeugen sassen elf Beobachter und der norwegische Leiter der Mission, General Robert Mood. Von dem Beobachter-Team wurde niemand verletzt.
Nach dem Zwischenfall sagte ein Sprecher von Mood: «Es ist absolut notwendig, dass jede Form von Gewalt aufhört. Dies war ein schlimmes Beispiel dafür, was das syrische Volk zu erleiden hat.»
Unklare Sachlage
Aktivisten erklärten, Deserteure hätten die Soldaten der Regierungstruppen verletzt. Das oppositionelle Netzwerk Sham News berichtete wiederum, aus einem Geländewagen der Armee sei das Feuer auf Gebäude im Viertel Al-Manschija eröffnet worden. Daraufhin hätten Deserteure der Freien Syrischen Armee den Jeep in die Luft gesprengt.
Es war das erste Mal seit Stationierung der UNO-Beobachter in Syrien am 15. April, dass ein Sprengsatz in ihrer Nähe explodierte.
Daraa ist ein Gravitationszentrum der seit mehr als einem Jahr anhaltenden Proteste gegen die Führung von Staatspräsident Baschar al-Assad. Ein seit einem Monat offiziell geltender Waffenstillstand ist äusserst brüchig.
Wahlergebnis verzögert sich
Das Endresultat der Wahlen in Syrien lässt weiter auf sich warten. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, in zwei Wahlbezirken der Provinz Hassaka werde der Urnengang an diesem Mittwoch wiederholt.
Als Grund wird angegeben, dass der Leiter des Wahlvorstandes in diesen zwei Wahllokalen gegen das Gesetz verstossen haben soll.
Die Auszählung der Stimmen sei noch nicht in allen Provinzen abgeschlossen, heisst es weiter. Ursprünglich hätten die Ergebnisse der Wahl vom Montag am Dienstagabend vorliegen sollen. Die Protestbewegung hat die Parlamentswahl boykottiert.
(dpa/sda/afp/schubeca; bers)



