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International

«Tea Party»-Frontfrau Michele Bachmann ist Schweizerin

Arthur Honegger, Washington
Dienstag, 8. Mai 2012, 21:07 Uhr, Aktualisiert 23:49 Uhr

Zur Präsidentschaftskandidatin der Vereinigten Staaten hat's nicht gereicht. Dafür gab's für Michele Bachmann 2012 eine neue Staatsangehörigkeit: Der Star der amerikanischen Tea Party ist seit kurzem Schweizerin. Sie stand «SF Online» exklusiv Rede und Antwort.

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Bachmann zu ihrer Liebe zur Schweiz (Originalton Englisch)

Ihr Name lässt es erahnen: Die Familie Bachmann hat Schweizer Wurzeln. Marcus Bachmann, Ehemann der berühmten Abgeordneten aus Minnesota, ist ein Sohn Schweizer Einwanderer. Seine Eltern machten 1950 ihre Hochzeitsreise in die USA und entschieden sich, gleich zu bleiben. Sie gründeten eine Milchfarm in Wisconsin, und zogen in den USA drei Söhne auf. Wie seine Brüder wurde auch Marcus mit seiner Geburt in den USA automatisch Amerikaner.

Bei der Übernahme des Schweizer Bürgerrechts wurden sämtliche Regeln eingehalten. Das bestätigt die diplomatische Vertreterin Sonja Mannhart vom Schweizer Konsulat in Chicago auf Anfrage: «Frau Bachmann hat mit der Eheschliessung vom 10.9.1978 mit dem Schweizerbürger, Marcus Bachmann (Doppelbürger) die Schweizerische Nationalität erworben. Die Heirat wurde allerdings erst vor kurzem in der Schweiz registriert».

Damit ist nicht nur Michele Bachmann seit dem 19. März Schweizer Bürgerin, sondern auch ihre drei jüngeren Kinder. Die beiden älteren Söhne hätten nun die Möglichkeit, ein Gesuch um erl. Einbürgerung zu stellen.

Politisch nicht durchgesetzt

Sein Schweizer Bürgerrecht hat Marcus Bachmann allerdings nicht formell beansprucht, bis jetzt. Und weil Michele Bachmann seit über 30 Jahren mit Marcus verheiratet ist, bekam auch sie nun den roten Pass. Beide sind ab sofort Bürger der Gemeinde Wigoltingen im Thurgau.

Bachmann macht in den USA immer wieder Schlagzeilen mit politischen Attacken auf Präsident Obama. Letztes Jahr gab sie bekannt, dass sie 2012 ins Rennen ums Weisse Haus einsteigt. Bachmann gewann eine Testwahl in Iowa 2011, konnte sich in den republikanischen Vorwahlen allerdings nicht durchsetzen.

Schweizer Politik noch kein Thema

Auf ihre neue «Heimat» ist Michele Bachmann sichtlich stolz: «Ich kann mir keinen Ort denken in der Schweiz, den ich nicht mag», sagt sie im Interview. «Ich liebe die Region um Brienzersee und Thunersee.» Und natürlich bringe sie immer Schweizer Schokolade mit für die Familie in den USA.

Auf die Frage, ob sie künftig auch in der Schweiz politisch aktiv werden wolle, gab sich Bachmann diplomatisch; sie wolle nicht gegen etablierte Schweizer Politiker antreten. Die Ikone der Tea Party war in diesem Moment von Schweizer Parlamentariern umringt, die derzeit zu Besuch in Washington sind.