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International

Julia Timoschenko will sich von deutschen Ärzten behandeln lassen

Freitag, 4. Mai 2012, 9:00 Uhr, Aktualisiert 18:27 Uhr

Seit zwei Wochen ist Julia Timoschenko schon im Hungerstreik. Jetzt wurde die ukrainische Ex-Regierungschefin erneut von deutschen Ärzten untersucht. Von diesen will sie sich auch in ihrer Heimat behandeln lassen.

Im Fall der früheren ukrainischen Regierungschefin Julia Timoschenko gibt es neue Bewegung: Die 51-Jährige, die an einem schweren Bandscheibenvorfall leidet, will sich nach offiziellen Angaben auf Rat deutscher Ärzte nun doch in ihrer Heimat behandeln lassen.

Bild Julia Timoschenko auf Liege, zeigt blaue Flecken auf Bauch. (keystone/archiv)
Dieses Bild soll am 25.4.12 entstanden sein. Julia Timoschenko zeigt darauf angebliche Misshandlungen in Haft. keystone/archiv

Über die Fortdauer ihres vor zwei Wochen begonnenen Hungerstreiks lagen jedoch keine Angaben vor. Sie wurde in der Haft von deutschen Ärzten untersucht. Auch deutsche Diplomaten waren dabei. Das Auswärtige Amt dämpfte allerdings Hoffnungen auf eine baldige Lösung. Aus der Ukraine gab es sogar neue Drohungen in Richtung Berlin.

Nach Angaben der deutschen Ärzte leidet die Ex-Ministerpräsidentin an einem Bandscheibenvorfall, aus dem sich chronische Schmerzen entwickelt haben.

Lösungsmöglichkeiten finden

Nach der Untersuchung habe sie sich bereiterklärt, ihre Therapie im Beisein deutscher Ärzte am 8. Mai in der Klinik Nummer 5 ausserhalb des Straflagers in Charkow zu beginnen, teilte die stellvertretende ukrainische Gesundheitsministerin, Raissa Moissejewa mit.

Nach Angaben von Timoschenkos Tochter Jewgenija hat sich ihr Befinden in den vergangenen Tagen jedoch weiter verschlechtert.

Der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte in New York, die Hilfe durch die deutschen Ärzte könne nur eine «vorläufige Hilfe» sein. Mit Timoschenko solle aber auch erörtert werden, «welche Lösungsmöglichkeiten es aus ihrer Sicht geben kann».

Zwangsernährung möglich

Mit der Fortdauer ihres Hungerstreiks wollten die ukrainischen Behörden eine Zwangsernährung ihres prominenten Häftlings nicht ausschliessen. «Wir werden sie auf jeden Fall nicht sterben lassen»,  sagte ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des Gefängnisses in Charkow der ukrainischen Zeitung «Segodnja».

Ihr Verteidiger Sergej Wlassenko erklärte, er mache sich Sorgen, da die 51-Jährige mittlerweile stark geschwächt sei.

Bild Jewgenija Timoschenko mit einem Foto von ihrer Mutter, Julia Timoschenko. (keystone/archiv)
Jewgenija Timoschenko setzt sich für ihre Mutter ein. keystone/archiv

Die ukrainische Justiz wies unterdessen Vorwürfe Timoschenkos zurück, dass im Gefängnis gegen sie Gewalt angewendet worden sei. Gerichtsmediziner seien zum Schluss gekommen, dass die Blutergüsse an ihrem Körper nicht am 20. April bei einem erzwungenen Transport in eine Klinik entstanden sein könnten.

Generalstaatsanwalt Viktor Pschonka deutete an, dass sich die 51-Jährige die Verletzungen selbst beigebracht haben könnte.

(sda/zinv/gern; bers)