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Kultur

«Der Schrei» erzielt 120 Millionen Dollar

Donnerstag, 3. Mai 2012, 3:41 Uhr, Aktualisiert 14:51 Uhr

Erwartet hatten es viele: «Der Schrei» von Edvard Munch hat einen Rekord aufgestellt. Ein anonymer Bieter zahlte in New York 120 Millionen Dollar – so viel wie nie zuvor bei einer Auktion. Das teuerste Gemälde der Welt ist es damit aber längst nicht.

Das Bild löst den Picasso ab, der bis anhin den Rekord gehalten hat. (Tagesschau, 03.05.2012, 12.45)

Rekordsumme für Edvard Munchs «Der Schrei»: Für fast 120 Millionen Dollar hat ein anonymer Käufer das weltberühmte Bild bei Sotheby's in New York nach einem dramatischen Bietergefecht ersteigert.

Nie zuvor wurde bei einer Auktion mehr für ein Gemälde gezahlt. Damit überbot «Der Schrei», eines der bekanntesten Bilder der Kunstwelt, den bisherigen Rekordhalter um mehr als 13 Millionen Dollar. Vor zwei Jahren war «Akt mit grünen Blättern und Büste» von Pablo Picasso für 95 Millionen Dollar zugeschlagen worden, mit dem Aufgeld waren es 106,5 Millionen Dollar.

«Der Schrei» ist damit allerdings nicht das teuerste Gemälde der Welt. Als dieses gilt Paul Cézannes «Die Kartenspieler», für das im vergangenen Jahr bei einer privaten Transaktion 250 Millionen Dollar geflossen sein sollen. Dafür gibt es aber keine Bestätigung.

Käufer bleibt anonym

Jackson Pollocks «No.5» von 1948 brachte vor sechs Jahren bei einem privaten Verkauf 140 Millionen Dollar. Auch für Werke von Willem de Kooning und Gustav Klimt soll mehr gezahlt worden sein als für den «Schrei».

Bei Munchs Gemälde lag der Hammerpreis am Mittwochabend bei 107 Millionen Dollar. Damit ist «Der Schrei», 1895 entstanden, das erste Bild der Kunstgeschichte, bei dem das letzte Gebot bei mehr als 100 Millionen Dollar lag. Mit dem üblichen Aufgeld von zwölf Prozent ergibt sich ein Kaufpreis von genau 119‘922‘500 Dollar.

Über den Käufer war zunächst nichts bekannt. Er hatte per Telefon mitgeboten. Mit einem Konkurrenten, ebenfalls per Telefon, hatte er sich in dem zum Bersten gefüllten Saal ein Bieterduell geliefert.

Einziger «Schrei» in Privatbesitz

Zunächst schien bei 80 Millionen Dollar Schluss zu sein – genau die Höchstgrenze der Sotheby's-Schätzung. Doch dann ging das Duell weiter, durchbrach bei 96 Millionen den alten Rekord und endete schliesslich bei 107 Millionen Dollar.

Verkauft hat den «Schrei» der norwegische Kaufmann Petter Olsen. Sein Vater war einst Nachbar von Munch und hatte das Bild vor mehr als 70 Jahren gekauft. Olsen will mit dem Erlös ein Munch-Museum bauen und im nächsten Jahr zum 150. Geburtstag des Malers eröffnen.

Von Munchs «Schrei» gibt es gleich vier Versionen. Drei davon hängen in norwegischen Museen und sind damit praktisch unverkäuflich. Das jetzt verkaufte Bild ist für viele das beeindruckendste, weil die schreiende Figur mit den meisten Konturen gezeichnet ist und zudem der Gegensatz zwischen dem Entsetzen des Schreienden und der Idylle der Umgebung am deutlichsten ist.

(sda/koua/gern; hesa)