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Krise im Euro-Land

EU dementiert Spekulationen um «Marshall-Plan»

Montag, 30. April 2012, 21:28 Uhr

Die EU-Kommission hat ein Gerücht zurückgewiesen, wonach ein 200 Milliarden Euro schwerer «Marshall-Plan» zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise aufgelegt werden solle.

Zuvor hatte die spanische Zeitung «El País» berichtet, das Wiederaufbauprogramm in der Höhe von 200 Milliarden Euro würden für Investitionen in Infrastruktur, erneuerbare Energien und Schlüsseltechnologien mobilisiert werden.

EU-Kommissionsprecherin Pia Ahrenkilde sagte in Brüssel, die genannten Zahlen entsprächen nicht der Realität.

Bild EU-Flaggen vor der Hauptgebäude der EU-Kommission in Brüssel. (reuters)
An den Spekulationen um ein europäisches Wiederaufbauprogramm wie in den 40er-Jahren soll laut EU-Kommission nichts dran sein. reuters

«El País» präzisierte in dem Bericht, die Finanzierung des «Marshall-Plans» solle durch die Europäische Investitionsbank (EIB) oder den Europäischen Stabilitätsmechanismus (EFSM) erfolgen. Demnach sollten 12 Milliarden Euro aus dem EFSM, die noch nicht abgerufen worden seien, verwendet werden, um private Mittel für die EIB zu mobilisieren.

Diese Mittel sollten dann als Garantie für Infrastrukturprojekte verwendet werden. Eine andere Möglichkeit zur Finanzierung wäre nach Angaben des Blattes, die EU-Mitgliedstaaten um die Zahlung von 10 Milliarden Euro an die EIB zu bitten.

Der «Marshall-Plan»

Der so genannte «Marshall-Plan» – das European Recovery Program ERP – wurde am 3. April 1948 von US-Kongress verabschiedet. Das nach dem damaligen US-Aussenminister G.C. Marshall benannte Europäische Wiederaufbauprogramm umfasste materielle und finanzielle Hilfen, so etwa Waren, technische Unterstützung und Sonderkredite. Diese haben  entscheidend zum Wiederaufbau der europäischen Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg beigetragen.

(sda/afp/schubeca;gern)