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International

Timoschenko-Haft für Medwedew «völlig inakzeptabel»

Sonntag, 29. April 2012, 12:12 Uhr

Mit scharfen Worten hat der russische Präsident Dmitri Medwedew den Umgang der Ukraine mit Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko kritisiert. Die Inhaftierung der Oppositionsführerin sei «völlig inakzeptabel» und werfe einen tiefen Schatten auf das Nachbarland.

Bild Dmitri Medwedew mit erhobenem Zeigefinger.
Medwedew äussert grosse Bedenken, was die Inhaftierung von Julia Timoschenko betrifft. keystone

Harte Bandagen seien in der politischen Auseinandersetzung normal. Aber das rechtfertige nicht die Inhaftierung direkter Rivalen nach einem politischen Prozess, wurde der Kremlchef von der Agentur Interfax zitiert. Die Situation in der Ukraine sei «höchst befremdlich».

Russland hatte bereits zuvor massiv Kritik am Timoschenko-Prozess geäussert, die wegen angeblich ungünstiger bilateraler Gasverträge zu sieben Jahren Haft verurteilt worden war. Moskau sieht den Fall der 51-Jährigen auch als Druckmittel der Führung in Kiew, neue Gasverträge mit günstigeren Preisen auszuhandeln.

Merkel übt Druck aus

Die Sorge um die Gesundheit Timoschenkos ist im Westen gross. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel drängt die ukrainische Führung, eine schnelle Veränderung im Interesse Timoschenkos herbeizuführen. Dafür zieht sie einen politischen Boykott der Fussball-EM in Erwägung.

Boxsportler Klitschko fordert Antworten

In Kiew forderte der Oppositionspolitiker Vitali Klitschko indes eine schnelle Aufklärung der Bombenserie mit 30 Verletzten in der Stadt Dnjepropetrowsk. «Bis wann wollen Sie den Ukrainern und den westlichen Freunden, die zur Fussball-Europameisterschaft kommen wollen, eine klare Antwort über den Schuldigen geben?», fragte der Boxer bei einer TV Debatte den Vize-Geheimdienstchef Wladimir Rokitski.

Er habe Anrufe aus Deutschland erhalten, dass dortige Fans «massenhaft» EM-Tickets zurückgeben, sagte Vitali Klitschko.

In Dnjepropetrowsk, der Heimatstadt Timoschenkos, waren am Freitag vier Bomben explodiert. Die Hintergründe galten weiter als unklar.

(dpa/bers;buet)