Kultur
Fischli/Weiss: Mit «Der Lauf der Dinge» ins Herz des Publikums
Mit David Weiss verliert die Schweiz die eine Hälfte des wohl bekanntesten und angesehensten Kunstkollektivs des Landes. «Die beiden waren genial-intelligente Bastler», sagt SF-Kulturredaktor Stefan Zucker.
«Fischli/Weiss gehören zu den derzeit wichtigsten Schweizer Künstlern», beurteilt Zucker die Bedeutung des Duos Peter Fischli und David Weiss. «Auch international sind Fischli/Weiss sehr geschätzt und bekannt. Das breite Publikum kennt sie dabei vor allem durch ihrem Film ‹Der Lauf der Dinge›, bis heute einer der meistgesehenen Kunstfilme überhaupt.»
Gut zugänglich und mit viel Humor
David Weiss habe gemeinsam mit Peter Fischli ein Werk geschaffen, das sich stark mit dem Alltag auseinander setzt und dadurch sehr zugänglich sei, so Zucker. «Das Unperfekte war ihre Methode. Sie haben sich den grossen Fragen angenähert durch die Banalität des Alltags, nicht durch hochgestochene philosophische Betrachtungen.»
«Das Werk von Fischli/Weiss ist sehr gut zugänglich, die beiden haben dadurch sehr viel Zuspruch erhalten. Auch der Humor spielt eine grosse Rolle dabei, ihr Zugang ist sehr ironisch und witzig.» Zu den wichtigsten Werken von Fischli/Weiss zählt Zucker den bereits erwähnten Film «Der Lauf der Dinge», daneben auch «Plötzlich diese Übersicht» und die Ratte-Bär-Filme.
Enge Zusammenarbeit mit Peter Fischli
2003 wurde das Kollektiv an der Biennale Venedig mit dem Goldenen Löwen für das beste Werk ausgezeichnet. Ihre Arbeit bestand aus dreihundert existenziellen Fragen, die sie an die Wände des Schweizer Pavillons projiziert haben.
Dass der Name von David Weiss stets nur in einem Atemzug mit dem seines Kollegen Peter Fischli genannt wird, liegt an der intensiven Zusammenarbeit, die die beiden Pflegen. In Eigenregie gearbeitet hat Weiss nur in den 70er-Jahren. Seit 1979 arbeitete er eng mit Peter Fischli zusammen.
«Ihre Kunst hat stattgefunden, weil zwei schlaue Köpfe zusammengearbeitet haben», so SF-Kulturredaktor Zucker. «Wie Peter Fischli ohne seinen Partner weiterarbeiten kann, ist schwer vorstellbar.»



