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Kultur

David Weiss vom Schweizer Künstlerduo Fischli/Weiss ist tot

Samstag, 28. April 2012, 0:13 Uhr, Aktualisiert 10:35 Uhr

Der Zürcher David Weiss vom Künstler-Duo Fischli/Weiss ist tot. Nach Angaben seiner Galerie in den USA verstarb er am Freitagmorgen 65jährig in seinem Haus in Zürich. Weiss war im vergangenen September an Krebs erkrankt.

Die Galerie von Fischli/Weiss in den USA bestätigte eine entsprechende Meldung des Onlinemagazins «Art in America». Sein Tod kam unerwartet, wie die Direktorin der Galerie sagte.

David Weiss war 1946 in Zürich geboren worden. An den Kunstgewerbeschulen in Zürich und Basel bildete er sich zum Bildhauer aus. Die Zusammenarbeit mit dem sechs Jahre jüngeren Peter Fischli begann 1979.

Fischli und Weiss laden zur Retrospektive («10vor10», 05.06.2007)

Ihre erste Arbeit war die «Wurstserie» – eine Serie von Fotografien mit Würsten und Wurstscheiben, mit denen sie einen Verkehrsunfall oder eine Modeschau nachstellten.

Alltagsgegenstände mutieren zu Kunstobjekten

Das Duo Fischli/Weiss zählt zu den wichtigsten Schweizer Künstlern. Die Werke der Künstler wurden und werden in den renommiertesten Galerien und Museen ausgestellt.

«Plötzlich diese Übersicht» von Fischli/Weiss in Basel (Tagesschau, 07.10.2000)

Unter anderem hatten die Künstler Ausstellungen in der Tate Modern in London, dem Guggenheim-Museum und dem Museum of Modern Art in New York, dem Centre Pompidou in Paris, dem Kunstmuseum Basel und dem Kunsthaus Zürich.

Ihre Arbeiten bestehen aus Filmen, Fotografien, Künstlerbüchern, Plastiken und Multimedia-Installationen. Alltagsgegenstände mutieren zu Kunstobjekten, indem sie von Fischli und Weiss nachgebildet werden. Im Mittelpunkt standen dabei immer mit viel Humor formulierte Fragen danach, wie sich die Welt erklärt.

Durchbruch mit «Der Lauf der Dinge»

Mit dem Film «Der Lauf der Dinge» (1987), der eine Nonsens-Maschine zeigt, wurden sie international bekannt. Die Kamera fährt entlang eines 40 Meter langen Aufbaus mit verschiedensten Gegenständen. Nach dem Dominoprinzip werden dabei die Bewegungsimpulse an den nächsten Gegenstand weitergegeben. Dabei verursachen überlaufende Gefässe, rollende Pneus, glitschige Seifen oder bröckelnde Zuckerstücke überraschende Kettenreaktionen.

Die beiden Künstler lieferten mit «Der Lauf der Dinge» einen ironischen Kommentar zur physikalischen Gesetzmässigkeit und der geradezu philosophischen Bedeutsamkeit des Unbedeutenden. Der 30minütige Film wurde für die documenta 1987 produziert und gehört zu den meist gesehenen Kunstfilmen aller Zeiten.

2003 wurden das Duo bei der Biennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet für eine Installation mit über 1000 scheinbar sinnlosen Fragen, die an eine Wand projiziert wurden.

(sf/sda/weis;buet)