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Vermischtes

Mehr Taxi-Qualität dank App?

Mittwoch, 25. April 2012, 18:07 Uhr

Die Taxis seien schmutzig, die Chauffeure unfreundlich und das Ganze erst noch viel zu teuer. Die Vorwürfe an die Taxi-Branche sind happig, insbesondere auf dem Platz Zürich. Jetzt ist eine deutsche Firma dabei, den Taximarkt in der Schweiz aufzumischen: Ein App ersetzt die Taxizentrale, wie die «Rundschau» berichtet.

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Bewerten statt sich ärgern (Rundschau, 25.04.2012)

«‹MyTaxi› bringt neue Qualität in den Taximarkt», behauptet Sven Külper. Der 32jährige ist Co-Geschäftsführer des gleichnamigen Hamburger Start-up-Unternehmens. Als Begründung schiebt er nach, dass «ein Kunde bei uns sowohl den Fahrer als auch das Taxi bewerten kann».

Gast bewertet Chauffeur

Külper hat eine App, ein Handyprogramm, geschaffen: Auf Knopfdruck sind alle Taxis in der Nähe sichtbar. Dem bestellten Taxi wird der Standort des Kunden automatisch übermittelt. Dieser erhält umgekehrt ein Foto und die Telefonnummer des Chauffeurs. Nach der Fahrt kann der Fahrgast seinen Chauffeur bewerten. So will die deutsche Firma jetzt auch in der Schweiz den Taximarkt aufmischen.

«Mit nur einer App kann man die Qualität nicht anheben», ist Patrick Rauber überzeugt. Er war bis vor kurzem Geschäftsführer von Alpha Taxi in Zürich und kennt den Markt. Es brauche mehr Anstrengungen in der Ausbildung, in der Schulung der Fahrer und  in gewissen Zertifikaten, nur so liesse sich die Qualität heben.

Auch Taxizentralen mit Programmen

In Hamburg ist die Taxi-App seit drei Jahren im Gebrauch – mit Erfolg. Bereits jedes dritte Taxi ist registriert. Chauffeure haben so zusätzliche Kunden und verdienen mehr Geld. Die Fahrgäste andererseits können gezielt Taxis bestellen, die von anderen mit Höchstnoten bewertet wurden.

In Zürich steht die App erst in der Startphase. Doch auch die Schweizer Taxizentralen haben nachgebessert und bieten ihre eigenen Handy-Programme an. Allerdings laufen hier die Bestellungen noch immer über die Zentralen, nie direkt vom Kunden zum Fahrer.

Trotzdem macht die deutsche Konkurrenz den Taxizentralen keine Angst: «Wer auf ‹MyTaxi› geht und auf unsere App und den Radar einstellt, der sieht bei uns 20 Taxis und bei ‹MyTaxi› vielleicht 5», so Grégoire Allet.

Ob damit das schlechte Image des Zürcher Taxigewerbes korrigiert werden kann, wird sich erst zeigen. An die ganz grosse Zukunft glauben die Deutsche Telekom und Daimler: Mit 10 Millionen Euro unterstützen sie die Auslands-Expansion von «MyTaxi».

(sf)