Wirtschaft
Serono-Zentrale Genf schliesst – über 1300 Jobs weg
Der deutsche Pharma- und Chemiekonzerns Merck will die Serono-Zentrale in Genf schliessen. Dabei werden 580 Stellen abgebaut. Die anderen 750 Jobs werden ins Ausland verlagert. Serono war 2006 von Ernesto Bertarelli verkauft worden.
Über 750 Stellen der 1'250 derzeit in Genf angesiedelten Stellen in der Serono-Zentrale sollen verlegt werden. Sie werden nach Darmstadt, Boston und Peking verlagert. 580 Jobs werden ganz gestrichen.
«Sozial verantwortliche Lösungen»
Erst jüngst hatte Merck ein Sparprogramm angekündigt. Mit den Versetzungen und dem Stellenabbau soll in der zweiten Hälfte 2012 begonnen werden. Ziel sei es, die komplette Umsetzung der Pläne in der ersten Hälfte 2013 abzuschliessen, hiess es weiter.
«Die geplanten Massnahmen für Merck Serono in der Schweiz sind notwendig, um langfristig unsere globale Wettbewerbsposition sowie unsere Zukunft in einem sich rasch ändernden Markt zu sichern», teilte Merck mit. Ähnlich begründet auch François Naef, Verwaltungsratspräsident von Merck-Serono, diesen Schritt.
Der Merck-Konzern verspricht einen «sozialverträglichen» Abbau: «Wir arbeiten eng mit den entsprechenden Interessensgruppen, insbesondere den betroffenen Arbeitnehmern, an sozial verantwortlichen Lösungen.»
«Rückschlag für die Forschung»
Der Branchenverband Interpharma hat die Schliessung des Merck-Serono-Hauptsitzes in Genf als Rückschlag für die Forschung in der Schweiz bezeichnet. Der Schritt zeige, wie dringlich der von der Branche beim Bundesrat geforderte Masterplan zur Revitalisierung des Pharmastandorts sei.
Der Entscheid sei im Zusammenhang mit dem globalen Preisdruck und mit Enttäuschungen bei der Forschungspipeline zu sehen.
Organisation bleibt in Zug
Mit der Verlagerung eines Teils der Stellen nach Darmstadt, Boston (USA) und Peking (China) soll wissenschaftliche Expertise im Biotech-Zentrum in Boston gebündelt und gewährleistet werden.
Trotz der Massnahmen wird Merck Serono mit seiner Produktion in der Schweiz präsent sein. So sollen Biotech-Produkte auch in Zukunft in Aubonne und Corsier-sur-Vevey (beide Kanton Waadt) hergestellt werden. Dennoch plant Merck Serono, rund 80 Stellen an den drei Schweizer Produktionsstandorten Aubonne, Corsier-sur-Vevey und Coinsins zu streichen. Die Sparte beabsichtigt, ihre Schweizer Vertriebsorganisation in Zug zu belassen.
(agenturen/fasc/hesa)






